Wildunfälle haben in der Region drastisch zugenommen

Kassel. Die Zahl der Wildunfälle ist in diesem Frühjahr im Bezirk des Polizeipräsidiums Nordhessen drastisch gestiegen. Nach Angaben von Polizeihauptkommissar Sascha Gröling haben sich allein zwischen Januar und Ende April auf Nordhessens Bundes- und Kreisstraßen 1341 Wildunfälle ereignet.

Das sind knapp 300 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (Januar bis April 2010: 1058 Wildunfälle).

Menschen seien dabei zum Glück nur leicht verletzt worden, sagt Gröling. Der wirtschaftliche Schaden belaufe sich allein in diesem Zeitraum aber auf 1,6 Millionen Euro. Die Polizei versuche mit Aktionen und Warnschildern, die Zahl der Unfälle zu verringern, sagt Kriminaldirektor Gerald Hoffmann, Leiter der Abteilung Einsatz des Polizeipräsidiums Nordhessen. Gemessen am Anteil aller Unfälle liegt der von Wildunfällen mittlerweile bei 23 Prozent. Vorbeugende Maßnahmen reichten allein nicht aus, um das sich seit zwei bis drei Jahren zuspitzende Problem in den Griff zu bekommen. Es liege an der Jägerschaft, die Überpopulation des Wilds in Nordhessens Wäldern zu verringern.

Bei Rehen gebe es derzeit keine Überpopulation, weil diese seit Jahren auf hohem Niveau gejagt würden, entgegnet Theo Arend (Forstamt Wolfhagen). Anders bei Wildschweinen: Optimale Bedingungen im Wald und ein reichhaltiges Nahrungsangebot – Buchen und Eichen tragen häufiger mehr Früchte – hätten die Population steigen lassen. Die Tiere würden unter den stark verbesserten Lebensbedingungen früher geschlechtsreif. Frischlinge, die im Frühjahr geboren würden, bekämen im Herbst schon wieder selbst Nachwuchs.

Arend rechnet mit einem weiteren Zuwachs im Herbst. „Wir ergreifen aber alle Anstrengungen, um die Population der Wildschweine klein zu halten“, sagt der Förster. Gemeinsam mit der Jägerschaft seien für den Herbst bereits revierübergreifende Jagden auf Wildschweine geplant.

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