Dr. Stephan Schwenke ist neuer Leiter des Kasseler Stadtarchivs – Mittelfristig neuer Standort notwendig

Er will Archiv attraktiver machen

Neuer Arbeitsplatz: Seit dem 1. Januar dieses Jahres leitet Dr. Stephan Schwenke das Kasseler Stadtarchiv. Zuvor war er sechs Jahre lang Leiter des Stadtarchivs in Lingen (Emsland). Foto: Konrad

Kassel. Er ist promovierter Historiker, ausgebildeter Archivar und weiß, wie eine Stadtverwaltung tickt: Seit dem 1. Januar leitet Dr. Stephan Schwenke das Kasseler Stadtarchiv. Am Freitag stellten Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier den 39-Jährigen im Rathaus offiziell vor. Ein halbes Jahr lang war die Stelle unbesetzt.

Schwenke hatte zuvor knapp sechs Jahre das Stadtarchiv in Lingen (Emsland) geleitet. „Seine Ausbildung und kommunale Praxis sind Gewähr dafür, dass sich das Stadtmuseum in guten Händen weiterentwickelt“, sagte Hilgen.

Der neue Leiter will das Stadtarchiv, dessen Bestand in erster Linie aus Akten und Unterlagen der Stadtverwaltung besteht, für die Kasseler Bürger attraktiver machen, möchte beispielsweise Führungen, Lesekurse für alte Handschriften und Ausstellungen, etwa von Fotos und alten Karten, anbieten. Außerdem will er verstärkt Dokumente aus Nachlässen von Bürgern, von Vereinen und Verbänden in das Archiv integrieren. Schwenke: „Das Archiv sollte das komplette Leben in der Stadt abbilden.“ Außerdem plant er die Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum und anderen kulturellen Einrichtungen in der Stadt. „Gerade die vielfältige 1100-jährige Historie Kassels hat mich gereizt“, sagt der passionierte Sportler (Rudern, Fußball, Volleyball). Außerdem gebe es viele kulturelle Angebote, wo man sich als Stadtmuseum einbringe könne.

Laut Rhiemeier nutzen das Kasseler Stadtarchiv bisher etwa 1000 Bürger im Jahr, vor allem für Familienforschungen. In Lingen (51 800 Einwohner) sind es im Vergleich dazu 1400 bis 1600 Besucher jährlich. Vor allem räumlich stößt das Stadtarchiv im Dachgeschoss des Marstalls an seine Grenzen, Gruppenführungen etwa für Schulklassen sind kaum möglich. Auch für körperlich eingeschränkte Menschen ist der Zugang schwierig, das Gebäude verfügt über keinen Aufzug für die Besucher. Auch das Magazin im Keller stößt an seine Kapazitätsgrenze.

Mittelfristig muss laut Hilgen wohl ein neuer Standort für das Stadtmuseum gesucht werden. Dabei favorisiert er eine mögliche Kooperation mit dem Landeswohlfahrtsverband und mit der Universität Kassel, die ebenfalls ein Archiv aufbauen will. Ein neuer Standort für das Stadtarchiv ist Hilgen zufolge noch nicht in Sicht. Hintergrund

Von Mirko Konrad

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