Hohe Nachfrage nach Grundstücken

Bauland auch für mittlere Einkommen: SPD startet Vorstoß für Familien

Wohnungen und Häuser in der Beckett-Anlage im Vorderen Westen: Kassels SPD-Fraktionschef Christian Geselle will mehr junge Familien in die Stadt locken.

Kassel. Kassels SPD-Fraktionschef Christian Geselle will mehr junge Familien in die Stadt locken. Dafür hat er sich mit einem Vorschlag aus dem Fenster gelehnt, der in der Immobilienbranche auch auf Widerstand stoßen dürfte.

Geselle fordert nicht nur mehr Bauland in der Stadt auszuweisen, sondern er will einen Teil davon gestaffelt nach Einkommensobergrenzen vergeben. So will er erreichen, dass auch Familien mit mittlerem Einkommen sich ein Haus in der Stadt leisten können.

Hintergrund der Forderung ist die hohe Nachfrage nach Baugrundstücken. Derzeit liegen der Stadt 577 Bewerbungen von Interessenten für Grundstücke vor. Es sind aktuell aber nur 20 Grundstücke in der Vermarktung, wovon 18 (Forstfeld) bereits reserviert sind. Für die zwei verbleibenden (Jungfernkopf) läuft ein Bieterverfahren. Alle weiteren geplanten Neubaugebiete sind noch in der Entwicklung.

Im HNA-Gespräch sagte Geselle, die hohe Nachfrage führe dazu, dass sich etwa Facharbeiterfamilien die gestiegenen Baulandpreise nicht mehr leisten könnten. Seiner Fraktion schwebe daher vor, bestimmte Parzellen nur an Bauinteressenten mit mittlerem Einkommen zu verkaufen. Diese wären dann gegenüber Investoren und Großverdienern bevorzugt. Ein solches Modell habe es in den 80er-Jahren in Kassel schon einmal gegeben. Auch in München („München Modell“) gibt es bereits ein ähnliches Förderprogramm.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) hatte jüngst im HNA-Interview gesagt, die derzeitige Entwicklung des Wohnungsmarktes reiche aus, um den Bedarf zu befriedigen. Dies sieht Geselle anders. Er fordert verstärkte Bemühungen um Bauland.

Der Kasseler Makler und Vorsitzende des Immobilienverbandes Deutschland Mitte (IVD), Alexander Alter, kann die SPD-Idee nachvollziehen. Für eine Bewertung müssten aber zunächst die Details auf dem Tisch liegen. 

Ein Interview mit Christian Geselle lesen Sie in der HNA-Montagsausgabe.

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