Wer will diese Immobilie?

Wer will diese Immobilie? Bundesbank verkauft Kasseler Filiale

Attraktive Lage, aber nicht ganz billig: Die Filiale der Deutschen Bundesbank am Ständeplatz steht zum Verkauf. Archivfoto: Koch

Kassel. Die Lage ist hervorragend, die Bausubstanz ebenfalls. Trotzdem wird es wahrscheinlich nicht ganz einfach, einen neuen Besitzer für diese Immobilie zu finden. Die Deutsche Bundesbank versucht es jetzt. Sie will ihre Kasseler Filiale so bald wie möglich verkaufen.

Geschlossen wurde das Geldinstitut bereits vor einigen Wochen. Die meisten der 40 Mitarbeiter seien in andere Filialen versetzt worden. Andere hätten sich auf Stellen in der öffentlichen Verwaltung beworben, sagt Moritz August Raasch von der Pressestelle der Bundesbank in Frankfurt.

Doch wer kommt als Kaufinteressent für dieses Gebäude mit besonders hohem Sicherheitsstandard infrage? Die Stadt Kassel jedenfalls nicht mehr. Noch im Frühjahr hatte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen (SPD) laut darüber nachgedacht, ob in der Immobilie ein documenta-Zentrum zu realisieren sei. Die Lage am Rande der Innenstadt in direkter Nachbarschaft zum Stadtmuseum und zum Ständehaus wäre ideal. Die Kosten seien aber für die Stadt nicht zu schultern, sagt Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Neben dem Erwerb des Gebäudes kämen noch einmal mindestens drei Millionen Euro für den Umbau hinzu.

Pro Jahr dürfe man nur gut 16 Millionen Euro investieren. Da sei ein documenta-Zentrum zwar wünschenswert, aber finanziell nicht realisierbar. Es wäre auch schwer zu vermitteln, dass man über Bäderschließungen nachdenkt und gleichzeitig Geld für den Kauf dieser Immobilie zur Verfügung stellt. Das Gebäude wurde 1951 errichtet und 1989 erweitert. Es ersetzte die Bankfiliale der Deutschen Reichsbank an der Kurfürstenstraße, die in der Bombennacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943 zerstört wurde.

Dicke Mauern, gut gesicherte und trockene Kellerräume, die gut ein Depot beherbergen könnten: Auch für die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) wäre das Bundesbank-Gebäude eine reizvolle Erweiterungsmöglichkeit. „Schön wäre es, aber von unserer Seite gibt es keine Aktivitäten“, sagt MHK-Direktor Prof. Bernd Küster. Das 200-Millionen-Programm des Landes für die Kasseler Museen sei schon ambitioniert genug.

Konkrete Kaufinteressenten gebe es bislang nicht, sagt denn auch Bundesbank-Sprecher Raasch. Man rechne nicht damit, dass es noch in diesem Jahr zu einem Abschluss komme.

Von Thomas Siemon

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