Wachsende Kritik an verdeckter finanzieller Unterstützung

CDU will Klarheit über Geld für Marathon

Eon-Mitte Kassel Marathon: In diesem Jahr soll die inzwischen fünfte Laufveranstaltung vom 20. bis 22. Mai in der Stadt steigen. Das Bild stammt aus dem vergangenen Jahr. Archivfoto: Herzog

Kassel. Die Kritik an der verdeckten finanziellen Unterstützung aus dem Rathaus für den Kassel Marathon wächst. Nach der FDP und der FWG geht auch die CDU-Rathausfraktion auf Distanz und fordert vom Magistrat die Veröffentlichung konkreter Zahlen.

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Aus dem Rathaus war immer wieder zu hören, dass man mit einer öffentlichen Debatte über die finanzielle Unterstützung der im Jahre 2007 erstmals gestarteten Veranstaltung den Kassel Marathon in Gefahr bringe.

Dahinter steckt aber aus der Sicht von Kritikern nicht allein die Sorge um das für die Stadt wichtige hochklassige Sportereignis, sondern auch die mangelnde Bereitschaft von Kommunalpolitikern, eine Diskussion mit Vertretern anderer Sportarten zu führen. Viele bekommen für ihre sportlichen Veranstaltungen kein Geld oder nur geringe Beträge aus dem Rathaus.

Die CDU will jetzt Klarheit über die Kosten der Unterstützung für die Laufveranstaltung. „Wir unterstützen vorbehaltlos den Marathon“, sagt CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett, „aber es muss Transparenz geschaffen werden.“ Die Kasseler Bürger hätten ein Recht darauf zu erfahren, wie viel Geld bisher aus der Stadtkasse für den Marathon ausgegeben wurde.

Die Einsetzung eines Akteneinsichtsausschusses, wie er von der FDP gefordert wird, hält Wett derzeit nicht für unbedingt erforderlich. Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) habe es in der Hand und könne den Ausschuss, der ein schlechtes Licht auf den Marathon werfen würde, vermeiden, indem er die bisher geheim gehaltenen Zahlen auf den Tisch lege und eine öffentliche Diskussion darüber zulasse.

Die FDP bleibt laut Fraktionschef Frank Oberbrunner bei der Forderung nach einem Akteneinsichtsausschuss, den die Liberalen gleich nach der Kommunalwahl beantragen wollen. Das bisherige Verfahren der finanziellen Unterstützung sei „absolut anrüchig“, sagt Oberbrunner. Es müssten klare Verhältnisse geschaffen werden, um die Glaubwürdigkeit der Stadt wiederherzustellen.

Der Kasseler Regierungspräsident, der die Finanzaufsicht über die hoch verschuldete Stadt hat und die Haushalte genehmigen muss, hat am 11. Februar im Kasseler Rathaus um eine Stellungnahme zu den Vorgängen gebeten.

Eine Antwort der Verwaltung gebe es noch nicht, erklärt der Sprecher des Regierungspräsidiums, Michael Conrad. Auf der Basis dieser Stellungnahme werde sich die Behörde ein Bild machen und die Vorgänge bewerten.

Kassels Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) will der HNA heute Rede und Antwort zu den Zahlen und zur Frage stehen, ob Marathon-Veranstalter Winfried Aufenanger 75 000 Euro Forderungen der Stadt erlassen werden.

Mehr ab heute Mittag hier auf www.hna.de

Von Jörg Steinbach

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