Hohe Spritpreise: KVG will Umsteiger und Firmen mit Job-Ticket-Rabatt locken

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Günstiger pendeln mit dem Job-Ticket: Von links Markus Oeste und Nadja Gläser (Mowin), Constance Bimber (KVG), Rainer Volk (Vorstandsvorsitzender Mowin) und KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert an der Park-and-Ride-Station Vellmar-Dörnbergstraße. Elf solche Umsteigepunkte mit etwa 1500 Autostellflächen für Pendler gibt es im Tarifgebiet Kassel Plus.

Kassel. Die hohen Spritpreise veranlassen immer mehr Berufspendler, sich nach Alternativen umzuschauen. Im Pendlerportal für Nordhessen ist die Zahl der Nutzeranfragen seit März deutlich gestiegen. Und auch die KVG will davon profitieren.

Seit die Mitfahrerbörse (www.nordhessen.pendlerportal.de) vor einem Jahr installiert wurde, haben 13.700 Pendler freie Plätze in ihren Autos angeboten oder nach einer Mitfahrgelegenheit für den täglichen Arbeitsweg gesucht, berichtet Geschäftsführerin Nadja Gläser von Mowin, dem Netzwerk der Mobilitätswirtschaft beim Regionalmanagement Nordhessen. 

Fast ebenso viele Menschen haben sich nach Angaben der KVG inzwischen ein Job-Ticket für Busse und Bahnen zugelegt. Diese Tickets sind 7 bis 25 Prozent günstiger erhältlich als normale Jahreskarten - je nachdem, wie viele Zeitkarten die 350 teilnehmenden Firmen jeweils für ihre Belegschaft bestellen. Viele Unternehmen räumen weitere Vergünstigungen für die berufliche Mobilität ihrer Beschäftigten ein.

Zahl der Pendler wächst

Das passt in die Zeit. Denn im Raum Kassel sind immer mehr Menschen auf Achse, um jeden Tag zu ihrer Arbeitsstelle zu gelangen. In den vergangenen fünf Jahren hat die Zahl der Ein- und Auspendler per Saldo um rund 8000 Menschen zugenommen. Merklich gestiegen ist laut Statistik der Agentur für Arbeit auch das Angebot von Jobs im Stadtgebiet: Im Jahr 2006 gab es am Arbeitsort Kassel gut 89.000 Beschäftigte, 2011 waren es fast 99.000 Personen.

Laut einer städtischen Verkehrsbefragung wird immer noch knapp die Hälfte aller Arbeitswege im Stadtgebiet mit dem Auto zurückgelegt. Angesichts steigender Kraftstoffkosten aber wächst die Zahl der Umsteiger auf Busse und Bahnen. Unter derzeit 13.000 Job-Ticket-Nutzern sei gut ein Viertel in den vergangenen fünf Jahren hinzugekommen, sagt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad: „Es gibt einige Unternehmen, die für die komplette Belegschaft Job-Tickets abnehmen.“ Das seien zum Beispiel Pflegedienste, Krankenkassen, Anwaltskanzleien, der Hessische Rundfunk oder das Regierungspräsidium.

Zentrale Abrechnung

Dass die günstigen Tickets zentral geordert und abgerechnet werden, macht die KVG zur Bedingung für den Job-Ticket-Rabatt. Wenn mindestens fünf Arbeitnehmer mitmachen, können Firmen mit der KVG einen Vertrag schließen.

Durch eine neue Partnerschaft steht das Modell nun auch Firmen mit weniger als fünf Nutzern offen: Das Mobilitätsnetzwerk Mowin hat für seine 130 Mitgliedsbetriebe global einen Job-Ticket-Vertrag mit der KVG vereinbart. Damit folgt Mowin dem Beispiel der Stadt Vellmar. Seit der Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 nach Norden bietet das Vellmarer Rathaus nicht nur seinen 216 Mitarbeitern, sondern als Partner der KVG auch kleinen örtlichen Unternehmen an, die Bestellung von Job-Tickets zu übernehmen.

Diesen Service will nun auch Mowin bieten und dafür werben. Das nordhessenweite Netzwerk steht für 60.000 Beschäftigte. „Viele wissen gar nicht, wie gut ihre Betriebe an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind“, sagt Mowin-Vorstandschef Rainer Volk, Leiter Logistikplanung im Daimler-Werk Kassel.

Von Axel Schwarz

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