Marktplatz: Willkommenes Geschenk zum Knüpfen

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Noch viel zu tun: Ramona Margraf, Ute Zell und Vasily Vasinski breiten den unvollendeten Teppich auf einem Tisch aus, bevor sie sich ans Werk machen.

Vor einigen Wochen haben wir im „Marktplatz“ berichtet, dass Hella Drücke ihren unvollendeten Teppich über eine HNA-Kleinanzeige verkaufen will.

Jahrzehntelang hatte die Rentnerin das Teppichknüpfen als schönes Hobby für die abendlichen Stunden begleitet. Vielen Menschen hatte sie mit ihrer Kunst eine Freude gemacht. Doch nun hat sie diese Beschäftigung aufgegeben. Sie hat in ihrer Wohnung keinen Platz mehr für weitere Teppiche.

Außerdem nimmt sie ihre ehrenamtliche Arbeit im Nachbarschaftsverein „Hand in Hand“ der Vereinigten Wohnstätten 1889 und das Musizieren im Kasseler Akkordeonorchester sehr in Anspruch.

Aus dem Verkauf ist nun nichts geworden. Und trotzdem ist der zwei mal 1,20 Meter große Teppich, an dem die Rentnerin erst ein kleines Stück geknüpft hat, in gute Hände gekommen: Die „Fullenixe“, Mitglieder einer Wohngruppe von geistig und zum Teil körperlich gehandicapten Menschen der Baunataler Diakonie Kassel (bdks) wollen das gute Stück fertigknüpfen. Und das kam so: Drücke erhielt viele Anrufe auf ihr Inserat in der HNA. „Sogar eine 97-Jährige hat mir geschrieben und von der guten alten Zeit erzählt, als Teppichknüpfen noch ein allseits beliebtes Hobby war. Die alte Dame sagte mir, mit dem Teppichknüpfen habe sie die schlechten Gedanken vertrieben“, erzählt Hella Drücke. Doch am Ende konnte sich die Rentnerin doch nicht dazu entschließen, das gute Stück zu verkaufen. Ihr kam nämlich der Gedanke, den Teppich in gute Hände zu verschenken und gleichzeitig einem sozialen Zweck zuzuführen. Sie telefonierte herum und wurde schließlich bei den Wohnstätten der Baunataler Diakonie fündig.

In der Wohngruppe wird nun fleißig geknüpft

Drücke brachte der Wohngruppe Fullenixe den Teppich und ihre vorrätige Wolle samt Knüpfhaken vorbei und erklärte ihnen gleich die ersten Schritte der Knüpftechnik. Für die Gruppe bedeutet das Knüpfprojekt eine willkommene Ergänzung ihrer Tagesstruktur. Die gehandicapten Bewohner, die vor zwei Jahren aus den Diakonie-Wohnstätten in Waldau in das Haus Hafen 17 in der Unterneustadt umgezogen sind, verbringen ihre Freizeit in zwei Wohngruppen mit insgesamt 20 Bewohnern gemeinsam, sie gehen ins Kino oder ins Theater, besuchen die Begegnungsstätte Amos oder machen Ausflüge. „Alle sind inzwischen gut im Stadtteil angekommen“, sagt Sozialarbeiterin Karin Groenewoud.

Ramona Margraf macht das Knüpfen besonderen Spaß. Sie habe es schon früher einmal gelernt. Hella Drücke hilft ihr, die Technik wieder aufzufrischen. Die Rentnerin will auch gern immer mal wieder vorbeischauen, wenn die eifrigen Teppichknüpfer einmal steckenbleiben oder Schwierigkeiten haben sollten, das von Drücke vorgegebene Muster durchzuhalten. Die Bewohner des Hafen 17 freuen sich schon auf ihren nächsten Besuch. Fertig werden soll der Teppich auf jeden Fall verspricht Groenewoud. Auf ein paar Monate mehr oder weniger komme es den Bewohnern nicht an. (pdi) 

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