Skater-Verein muss selbst renoviertes Domizil an der Wolfhager Straße bald verlassen

Skateboard-Verein Mr. Wilson sucht wieder Halle

Schon wieder kein Dach über dem Kopf: Der Kasseler Skater-Verein Mr. Wilson muss seine Halle an der Wolfhager Straße wegen eines Eigentümerwechsels im nächsten Jahr aufgeben. Archivfoto: Koch

Rothenditmold. Bei den Kasseler Skateboardern ist der Wurm drin: Der Verein Mr. Wilson muss seine selbst renovierte Halle an der Wolfhager Straße nach nur zwei Jahren Nutzung schon bald wieder verlassen. Davor hatten die Skater in der Samuel-Beckett-Anlage im Vorderen Westen ein Domizil, das sie ebenfalls aufgeben mussten.

Der jetzige Vermieter in Rothenditmold, Aurelis Real Estate Management, hat die Halle in Rothenditmold sowie 37 000 Quadratmeter Fläche an Baustoff Dietrich verkauft, der dort seit vielen Jahren Mieter ist. „Der befristete Mietvertrag mit Mr. Wilson ist damit nicht verlängert worden“, sagt Aurelis-Sprecherin Susanne Heck.

So viel ist für die jungen Leute sicher: „Zum 1. Juli müssen wir raus“, sagt Matthias Weiland vom Mr.-Wilson-Vorstand. Die Halle hatte sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten Jugendkulturzentrum entwickelt.

Doch die Skater wollen sich nicht unterkriegen lassen: Sie suchen für ihre sportliche Freizeitbeschäftigung ein neues Domizil, womöglich ein größeres. Die Halle sollte mindestens 400 Quadratmeter groß sein, die jetzige habe lediglich 350 Quadratmeter, sagt Weiland. Außerdem müssten Strom und Wasser vorhanden sein.

Um längerfristig planen zu können, wünscht sich Mr. Wilson einen Mietvertrag für fünf Jahre. Wichtig sei, dass der Außenbereich der Halle ebenfalls genutzt werden könne. Die finanziellen Voraussetzungen seien nicht schlecht. „Unser gemeinnütziger Verein steht ganz gut da“, sagt Weiland. Mr. Wilson ist trotzdem auf Stiftungsgeld und Sponsoren angewiesen, um das neue Projekt zu stemmen.

120 Mitglieder

Der Verein hat 120 Mitglieder. Die Halle genutzt hätten aber auch BMX-ler und Dirt-Biker - das seien insgesamt etwa 400 Hallennutzer, sagt Weiland. Auch andere Vereine hätten den großen Raum für Veranstaltungen gemietet. Die nächstgelegenen Skater-Hallen befinden sich in Gießen und Hannover. Viel ehrenamtliche Arbeit und Herzblut haben die jungen Leute und ein Teil der Eltern in die Rothenditmolder Halle gesteckt. Ein Wasseranschluss wurde installiert, Strom verlegt und die kompletten Rampen eingebaut. Weil die Rampen meist nur mit Nägeln befestigt worden sind, müssten sie zu 80 Prozent abgerissen werden, sagt Weiland.

Das kommunale Jugendbildungswerk habe Unterstützung zugesagt. Seine Mitarbeiter hätten sich bereits eifrig auf die Suche nach neuen Räumen begeben. Tatkräftig unterstützt würden die jungen Leute von Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink und Jugenddezernentin Anne Janz.

Wer eine Halle zur Verfügung stellen kann, sollte sich bei dem Verein Mr. Wilson per E-Mail melden: info@mister-wilson.de

Von Beate Eder

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