Kasseler Gasgroßhändler wächst

Wingas schafft neue Arbeitsplätze

Besichtigten jetzt die Wingas-Baustelle am Königstor: Der Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Gerhard König (links), sowie der stellvertretende Gazprom-Vorstandschef Alexander Medwedew, der zugleich das konzernweite Exportgeschäft verantwortet. Foto Wingas/nh

Kassel. Der Kasseler Gasgroßhändler Wingas wächst und gedeiht. Das wirkt sich auch positiv auf die Beschäftigung aus. Wie der Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Gerhard König, im Gespräch mit der HNA mitteilte, werde sich der Personalaufbau der vergangenen Jahre auch in Zukunft fortsetzen. 

Im Zuge der vollständigen Übernahme des Unternehmens durch den russischen Energieriesen Gazprom werde sich der Personalausbau zeitweise sogar verstärken. Genaue Zahlen nannte König aber unter Hinweis auf laufende Planungen nicht. In den zurückliegenden Jahren waren jährlich 20 bis 30 Stellen geschaffen worden.

Wie berichtet, hat der Kasseler Öl- und Gasförderer Wintershall seinen 50-Prozent-Anteil an dem 1993 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen an den russischen Energiekonzern verkauft.

Neuer Firmensitz

In diesem Zuge wird Wingas seine Aktivitäten in einem neuen, 20-Millionen Euro teuren Komplex auf dem ehemaligen Karl & Co-Gelände im Königstor bündeln. Die Bauarbeiten laufen. Geplant und gebaut wird das Bürohaus von der Helaba-Tochter OFB Projektentwicklung GmbH, die das Objekt bereits an einen Investor verkauft hat. Über dessen Identität wurde Stillschweigen vereinbart.

Nach Angaben Königs werden nach Fertigstellung des Gebäudes 350 bis 400 Mitarbeiter einziehen. Ausgelegt ist es für 490 Beschäftigte. Die rund 50 Mitarbeiter der Tochter Astora GmbH & Co KG, die drei Gasspeicher Rheden bei Bremen, Jemgum in Ostfriesland und Haidach in Österreich betreibt, dürfen aus regulierungsrechtlichen Gründen nicht unter dem Dach der Wingas sitzen und ziehen somit nicht ans Königstor. Wingas beschäftigt europaweit insgesamt fast 500 Mitarbeiter, davon 400 in Kassel.

Das Unternehmen gehört europaweit zu den Großen der Branche. Es beliefert keine Haushalte – zumindest nicht direkt. Denn zur Kundschaft der Kasseler gehören neben Kraftwerken und Industriebetrieben auch Stadtwerke und Regionalversorger im Inland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich und Tschechien.

2012 steigerten die Kasseler den Umsatz um 35 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb allerdings deutlich weniger übrig als im Vorjahr. Der Reingewinn sank infolge geringerer Margen und von Einmaleffekten im Zuge von Umstrukturierungen um 36 Prozent auf 176,7 Millionen Euro. Der Absatz lag bei 27,2 Mrd. Kubikmetern (m3). Mit dieser Menge könnten 13 Mio. Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Gas versorgt werden.

Die Astora-Speicher sind die größten Europas. Allein der in Rheden fasst 4,2 Mrd. m3 – genug, um zwei Mio. Einfamilienhäuser ganzjährig zu versorgen.

In Haidach in Österreich steht ein weiterer Wingas-Speicher, und im ostfriesischen Jemgum ist einer in Bau. Gemeinsam können diese beiden unterirdischen Lagerstätten die Jahresmenge für weitere 1,6 Mio. Einfamilienhäuser aufnehmen.

Von José Pinto

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