Pipeline-Bau: Kriegsopfer werden umgebettet

Wingas unterstützt Volksbund

Kassel. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und das Kasseler Unternehmen Wingas arbeiten zusammen beim Bergen der Gebeine von Kriegsopfern: Beim Bau einer 470 Kilometer langen Erdgas-Pipeline, die von Lubmin an der Ostsee bis zur deutsch-tschechischen Grenze führt, beginnen die Erdarbeiten östlich von Berlin und weiter südlich bei Halbe. Hier kamen zum Ende des Zweiten Weltkrieges Zehntausende ums Leben: Zivilisten auf der Flucht, deutsche und sowjetische Soldaten. Ein Großteil der sterblichen Überreste und große Mengen an Munition und Kriegsschrott liegen bis heute unentdeckt in den märkischen Wäldern.

Schicksale klären

„Für uns ist die Verlegung der Erdgasleitung auch eine Chance, möglicherweise zahlreiche Gebeine russischer und deutscher Kriegsopfer bergen zu können. Sofern wir Hinweise zur Identifizierung finden, werden wir damit auch persönliche Schicksale klären“, sagt Reinhard Führer, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Umbettungs-Fachleute

Deshalb hat der Volksbund eine Vereinbarung mit der Wingas-Gruppe getroffen, die die Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) bauen lässt. Seit Anfang Januar halten sich Umbettungs-Fachleute des Volksbundes auf Abruf bereit. Sobald die Munitionsbergungstrupps auf der 35 Meter breiten Trasse Hinweise auf menschliche Skelette finden, verständigen sie die Umbetter. Handelt es sich um Kriegsopfer, überführen sie die Toten zu den Kriegsgräberstätten in Lietzen, Halbe oder Spremberg, wo sie ihre letzte Ruhestätte erhalten.

Der Einsatz der Volksbund-Mitarbeiter wird von Wingas finanziert. Die Inbetriebnahme der Erdgas-Pipeline OPAL ist für den Herbst 2011 geplant. (hai)

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