Ertragslage gilt als sehr gut

Familienunternehmen Winkler handelt mit Nutzfahrzeugteilen

50 000 verschiedene Teile lagern bei Winkler in Lohfelden. Unser Foto zeigt Lagerfachkraft Johann Hörandl bei seiner Arbeit. Fotos: Koch

Lohfelden/Kassel. Die Arbeit der Spezialisten der Stuttgarter Winkler-Gruppe ähnelt der von Detektiven: Sie müssen Teile für Nutzfahrzeuge besorgen, die 50 Jahre und älter sind.

Und weil es häufig keinerlei verlässliche Daten, geschweige denn Fahrzeug-Identifikationsnummern der Lkw, Transporter, landwirtschaftlichen Bau- und Forstmaschinen gibt, müssen sie mitunter anhand von mündlichen Beschreibungen und simplen, handgefertigten Skizzen Teile für alte Schätzchen ausfindig machen. Das geht so weit, dass eigene Werkstätten in Ulm und Ludwigsburg schon einmal Teile herstellen, weil es sie nicht mehr gibt – beispielsweise Blattfedern für alte Kutschen.

Das Hauptgeschäft des mittelständischen Familienunternehmens sind jedoch der Handel mit Komponenten aller Art und Werkstattausrüstung sowie der Service drum herum. Wer Brems- und Hydrauliksysteme, Motor- und andere Antriebskomponenten, Achsen und Lenkungen, Karosserieteile, Beleuchtungs- und Kühltechnik, Kraftstofftanks, Windschutzscheiben, Sitze, Stahlseile, Werkzeug, Dichtungen und vieles mehr rund um Lkw, Schlepper, Bagger und Forstmaschinen braucht, ist bei Winkler richtig. Mit ihren Zentrallagern an den Hauptstandorten Ulm und Kassel sowie den bundes- und europaweit 35 Niederlassung versorgen sie die Kunden an sechs Tagen in der Woche.

Kassel spielt in dem Verbund der Standorte eine besonders wichtige Rolle. Von hier aus beliefert der Vollsortimenter mit seinen 123 Mitarbeitern Mittel-, Nord- und Ostdeutschland sowie Skandinavien und Osteuropa bis nach Riga und Moskau mit Nutzfahrzeugteilen. Nach Angaben des Betriebsleiters des Handelsbereichs, Wulf Schenk, ist Winkler bundes- und europaweit Marktführer. Stärke des Unternehmens sei nicht nur die Vielfalt, sondern auch die Schnelligkeit. Wer bis 18.30 Uhr bestelle, erhalte die Ware bundesweit bis 7 Uhr des darauffolgenden Tages. „Das macht uns keiner nach“, sagt Schenk.

Dass das Bestellte auch schnell auf die Reise geht, dafür sorgt sein Betriebsleiter-Kollege im Zentrallager in Lohfelden, Jörg Kistner. Seine Leute nehmen täglich 60 Tonnen Ware entgegen und schicken ebenso viel wieder heraus. Sie sortieren, stellen die Bestellungen in einem automatisierten und digitalisierten Verfahren zusammen, verpacken die Ware und bringen sie in 5000 bis 6000 Positionen auf die Straße.

Winkler wächst schneller als der Markt. So stieg der Umsatz von 2010 bis 2013 um 26 Prozent auf 340 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter um 17 Prozent auf nunmehr 1400. Davon sind 500 Fachberater, die das Unternehmen – wie im Übrigen alle benötigten Berufe – selbst ausbildet. „Ohne qualifiziertes Personal funktioniert unser schnelles Geschäft nicht“, sagen Schenk und Kistner.

Zum Gewinn macht Winkler traditionell keine Angaben. Die Ertragslage gilt aber als sehr gut. (jop)

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