Kasselerin hat anhand Aufzeichnungen Wetter-Ähnlichkeiten festgestellt

Ein Winter wie vor 26 Jahren

Jeden Morgen eiskratzen: Die Bilder sind damals wie heute dieselben. Nur die Automodelle haben sich geändert. Fotos: Herzog

Kassel. Einen Tag Sonne, den anderen plötzlich wieder Schnee und beißende Kälte – den Satz „so einen komischen Winter hatten wir noch nie“, hört man derzeit häufiger. „Doch, das gab es schon mal“, sagt hingegen Magdalene Müller. „Und zwar vor 26 Jahren.“

Im Fernsehen lief gerade ein Brennpunkt zum Thema Winterwetter, als Magdalene Müller die Ähnlichkeiten zwischen dem Winter von 1986/87 und heute auffielen. „So wie heute haben immer alle gesagt, jetzt geht der Frühling los – und dann kam wieder Schnee“, sagt sie. Setzen sich die Gemeinsamkeiten fort, geht erst im April der Frühling los.

Aufnahmen von 1987: Magdalene Müller mit ihrem Fotoalbum. Foto: Holscher

Magdalene Müller blättert in dem Fotoalbum aus dem Jahr 1987, in dem sie den Winterverlauf mit eigenen Fotos und Zeitungsberichten protokolliert hat. Eigentlich sei es ihr nie so sehr um das Wetter gegangen, sagt sie. „Ich wollte mit meinen Fotos die Vergänglichkeit der Natur und besondere Momente einfangen.“

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Trotzdem hat sie sich über die Gründe für das vergleichbare Wetter ihre Gedanken gemacht: Eine Ursache sei die Großwetterlage. Kalte Luft aus dem Norden sei damals wie heute auf warme Luft aus dem Süden geprallt. „Aber heute sind die Wetterumschwünge wesentlich extremer als damals“, sagt sie.

„Strenger Frost“ lautet die Überschrift des ersten Eintrags in ihrem Fotoalbum: „Der Winter 1986/87 begann am 15.12.1986 mit ganz normalem Winterwetter (...). Wir hatten weiße Weihnachten – die Welt war in Ordnung – niemand ahnte Schlimmes“, folgt ein mit Schreibmaschine getippter Absatz.

Viele Ähnlichkeiten

Laut den Aufzeichnungen von Magdalene Müller folgte mit der ersten Januarwoche eine strenge Frostperiode, die bis zum 21. Januar anhielt. Auch 26 Jahre später herrschten teilweise Minustemperaturen im zweistelligen Bereich. Ende Januar und Anfang Februar setzte dann das Tauwetter ein. „Jeder dachte, dass der Winter schon vorbei sei.“

Doch dann hielt der besonders kalte Winter 1987 Einzug, der vom 16. Februar bis zum 26. Februar angedauert habe. Das sei in diesem Jahr ähnlich gewesen, nur nicht so extrem. „Damals gab es ein Verkehrschaos auf den Autobahnen und Straßen“, sagt sie und zeigt auf einige Schwarz-Weiß-Aufnahmen. „Schauen Sie mal, die Leute haben damals versucht, die Bahn anzuschieben“, sagt sie und zeigt auf einen alten HNA-Artikel.

Der März verlaufe ebenfalls sehr ähnlich: Viele Wetterwechsel mit Schnee, Sonne und Nächten mit Minustemperaturen. Folge man dem Verlauf von 1987, ende das wechselhafte Winterwetter in diesem Jahr erst am 3. April. Trübe Aussichten für die kommenden Wochen: „Am 30. März 1987 hat es sogar noch mal geschneit“, sagt sie.

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