Reinigungsfirma versus Stadtreiniger

Abstimmungsprobleme: Wenn zwei Dienstleister zum Winterdienst anrücken

Erfüllen ihre Pflichten: Jochen Lasch und Irene Strehlke sind Anlieger an der Treppe zwischen Hochzeitsweg und Wahlershäuser Straße. Die Grünfläche rechts ist ein städtisches Grundstück. Foto:  Deppe

Kirchditmold. Wahrscheinlich gibt es im Kasseler Winter keine sicherere Treppe als die, die in Kirchditmold die Wahlershäuser Straße und den Hochzeitsweg verbindet. Seit 1998 sorgen hier Winterdienste für sichere Verhältnisse - und das gleich doppelt. Doch glücklich ist darüber niemand.

Laut Winterdienstsatzung sind in geraden Jahren die privaten Anlieger, das Ehepaar Jochen Lasch und Irene Strehlke, für die Sicherung der Treppe zwischen November und März zuständig und damit auch haftpflichtig. In ungeraden Jahren fällt diese Aufgabe der Stadt zu, deren Grünflache an die Treppe angrenzt.

Da es für die Anwohner, die eine private Firma mit dem Winterdienst beauftragt haben, günstiger ist, diese durchgehend für die Saison zu buchen, und die Stadtreiniger ebenfalls für diesen Zeitraum von der Stadt beauftragt werden, wird die Treppe in der Wintersaison jeden Tag gleich zweimal bearbeitet.

In den Wintermonaten sei der private Dienstleister in den meisten Fällen eine Stunde vor den Stadtreinigern da, die dann unverrichteter Dinge wieder weiterfahren, berichten die Anlieger.

„Ich würde mir wünschen, die Kosten für einen Winterdienst zwischen der Stadt und uns gerecht aufzuteilen“, sagt Jochen Lasch, der die geplante Sperrung der Treppe für unnötig hält. Post, Paketdienste und Müllmänner nutzen die Treppe täglich, um das Haus der Anlieger zu erreichen. Für viele Kinder ist sie Teil des Schulwegs.

Der Ortsbeirat Kirchditmold beantragte während seiner Sitzung, die Treppe nicht zu schließen. Im Gegensatz zu den anderen drei Treppen, die in Kirchditmold betroffen sind, gebe es für Fußgänger keine sichere Alternative, sagte Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne). Der entsprechende Abschnitt der Brunnenstraße verfügt über keinen Gehweg. Da es sich bei der Treppe nicht um eine Betontreppe handelt, sind auch keine Schäden durch Streusalz zu befürchten.

Sollte der städtische Magistrat dem Antrag zustimmen, wurde umsonst Geld ausgegeben. Die Vorrichtungen für das Sperrgitter wurden in der vergangenen Woche bereits eingebaut.

Von Lasse Deppe

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