Firmenzentralen in Kassel und Hamburg sind zu groß geworden

Wintershall Dea: Zentrale in Kassel könnte verkauft werden

Könnte verkauft werden: Der Kasseler Firmensitz von Wintershall Dea in der Friedrich-Ebert-Straße.
+
Könnte verkauft werden: Der Kasseler Firmensitz von Wintershall Dea in der Friedrich-Ebert-Straße.

Der Öl- und Gasproduzent Wintershall Dea überlegt, seine Firmenzentralen in Kassel und Hamburg zu verkaufen. Durch die Fusion im vorigen Jahr sind die Gebäude zu groß geworden.

Kassel – Eine E-Mail hat bei den Mitarbeitern des Öl- und Gasproduzenten Wintershall Dea für Aufregung gesorgt. Am Donnerstag informierte der Vorstand die Kasseler Beschäftigten über Pläne, sein Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße, wo der Konzern einen seiner beiden Firmensitze hat, eventuell zu verkaufen. Trotzdem, so versicherte Sprecher Michael Sasse gegenüber der HNA, würden beide Zentralen in Kassel und Hamburg beibehalten.

Hintergrund der Planungen ist, dass nach der Fusion von Wintershall und Dea im vorigen Jahr die Gebäude sowohl in Nordhessen als auch in der Hansestadt zu groß sind. Das Hochhaus unweit der Stadthalle im Vorderen Westen bietet Raum für 850 Arbeitsplätze. Mittlerweile hat Wintershall Dea dort jedoch nur noch 450 Mitarbeiter beschäftigt. Diese Zahl könnte sich demnächst weiter reduzieren, da „zukünftig flexibler und mobiler gearbeitet“ werden soll, wie Sasse sagt.

Deshalb gibt es drei Möglichkeiten: Das Unternehmen könnte einen Teil der Flächen vermieten, das Gebäude verkaufen und die nötigen Büroflächen dort mieten, oder aber das Hochhaus verkaufen und eine neue Immobilie in Kassel kaufen. „Noch ist völlig offen, welche der Optionen am Ende für uns die richtige in Kassel ist“, sagt Sasse. Mit Unterstützung eines Immobilienexperten werde gerade der Markt in Kassel sondiert.

Weiter ist man dagegen schon in Hamburg, wo der zweite Firmensitz nach der Fusion ebenfalls zu groß ist. Dort hat Wintershall laut Sasse bereits mehrere „interessante Angebote für neue Räumlichkeiten“ sowie mehrere Kaufinteressenten für sein Haus am Überseering am Stadtpark.

In Kassel ist das 1894 gegründete Unternehmen bereits seit 1920 an seinem jetzigen Firmensitz zuhause. Damals hieß die Adresse noch Hohenzollernstraße 139. Nach dem Krieg entstand in der Friedrich-Ebert-Straße 1956 ein Neubau, der damals mit 46 Metern das höchste Gebäude der Stadt war.

Zuletzt gab es gleich mehrere schlechte Nachrichten für die weltweit 2800 Mitarbeiter des größten deutschen Öl- und Gasförderers. Im vorigen Jahr fusionierte die Kasseler Wintershall mit dem anderen Traditionsunternehmen Dea. Erst im August musste der Konzern vermelden, dass er im operativen Geschäft 63 Prozent weniger verdient hat als vor Jahresfrist. Bereits zuvor hatte der Vorstand angekündigt, seinen Sparkurs noch zu verschärfen.

Auch wenn der Standort Kassel gesichert scheint, werden die Pläne über einen möglichen Verkauf des Firmensitzes die Mitarbeiter nicht gerade beruhigen.

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.