20 Hooligans aus Offenbach wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen

Löwen-Anhänger feiern Sieg: „Wir sind alle Kasseler Jungs“

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Sie feiern laut, leidenschaftlich und lange ihre Mannschaft: Die Fans des KSV Hessen Kassel, die gestern wieder auf der zaunlosen Nordtribüne stehen durften.

Kassel. „Finale, Finale“, „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ - die Gesänge der weit über 4000 KSV-Fans drückten gestern Abend die Erleichterung und Freude nach dem Abpfiff im Pokalhalbfinale gegen Kickers Offenbach aus. „Wir sind alle Kasseler Jungs.“

„Das war eine Revanche für das letzte Jahr. Nur dieses Mal haben wir halt Glück gehabt“, sagte Löwen-Fan Michael Eisenberg nach dem 2:1-Sieg in der Nordkurve. Vor einem Jahr hatte Offenbach das Pokalfinale in letzter Minute glücklich gegen Kassel gewonnen. Eisenberg geht davon aus, die Offenbacher demnächst zweimal pro Saison zu sehen. Wenn der KSV Hessen Kassel ebenfalls in die Dritte Liga aufgestiegen ist.

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So glücklich die KSV-Fans waren, so frustriert gaben sich die rund 250 Anhänger, die aus Südhessen angereist waren. „Wir haben die Schnauze voll“, sangen einige Männer aus Offenbach, als sie unter Begleitung der Polizei in ihre Busse am Parkplatz hinter der Südkurve stiegen.

Das Konzept der Einsatzkräfte, die gegnerischen Fans konsequent zu trennen, um Auseinandersetzungen zu verhindern, ging gestern Abend offenbar auf. Ein großes Polizeiaufgebot vor und im Aue-stadion verhinderte Konfrontationen.

Dennoch seien etwa 20 Hooligans aus Offenbach außerhalb des Stadions kurzfristig in Gewahrsam genommen worden, sagte Polizeidirektor Uwe Papenfuß, Leiter des Einsatzes. Die Männer seien in Autos mit südhessischen Kennzeichen hinter dem Tanzsportzentrum am Auestadion angehalten worden. Bei der Überprüfung habe sich herausgestellt, dass es sich um polizeibekannte, gewaltbereite Problemfans handelt. Sie hätten Handschuhe und Mundschutz dabei gehabt. Zwei weitere Offenbacher Anhänger seien mit Feuerwerk erwischt und deshalb ins Gewahrsam genommen worden. In der Südkurve hatten die Südhessen auch zweimal bengalisches Feuerwerk gezündet.

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Die Kasseler Fans waren gestern nicht nur glücklich, sondern auch vorbildlich im Benehmen. Die Ultras hatten am Dienstag noch einen Kompromiss mit der Polizei geschlossen. 450 Anhänger dürfen sich bis zum Ende der Saison die Spiele auf der Nordtribüne anschauen. Dort haben sie eine bessere Sicht aufs Spielfeld als von der Stehrängen, vor denen die Zäune kürzlich erhöht worden sind. Im Gegenzug hätten die Ultras versichert, dass nichts passiert, sagt der KSV-Fanbeauftragte Markus Lämmer. „Das ist ein Geben und Nehmen. Das gibt es nicht überall.“ Auch Einsatzleiter Papenfuß war zufrieden: „Ich freue mich, dass die Anhänger ihr Versprechen eingehalten haben.“

20 Platzverweise

Zumindest der Großteil war friedlich. 20 Kasseler hätten nach Spielende dann doch versucht, über einen Umweg am Park Schönfeld auf den Parkplatz zu gelangen, wo sich die Offenbacher aufhielten. Das hätten seine Kollegen verhindern können, sagt Papenfuß. Diesen Kasselern seien Platzverweise erteilt worden.

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