„Wir tun der Stadt gut“

Kommunalwahl in Kassel: Patrick Hartmann tritt für die SPD an

Kassel ist gut durch die Krise gekommen. Davon ist SPD-Spitzenkandidat Patrick Hartmann überzeugt. Das
+
Kassel ist gut durch die Krise gekommen. Davon ist SPD-Spitzenkandidat Patrick Hartmann überzeugt. Das

Vor der Kommunalwahl am 14. März 2021 stellen wir die Spitzenkandidaten der einzelnen Listen vor, die in Kassel antreten. Hier: Patrick Hartmann (SPD).

Kassel – Dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinandergeht, darüber werde seit Jahren gesprochen. Corona habe in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, was das in der Realität beim Thema Bildung bedeute, sagt Patrick Hartmann. Der Sozialdemokrat nennt als Beispiel die unterschiedlichen Voraussetzungen, die Kinder beim Homeschooling zunächst vorgefunden haben. Und da ist der 38-jährige Spitzenkandidat der SPD gleich bei einem ursozialdemokratischen Anliegen. Die SPD stehe für eine Stadtgesellschaft, in der jeder eine Chance bekomme und diese auch ergreifen könne. So wie er selbst. Hartmann stammt aus einer Arbeiterfamilie. Er war der Erste aus seiner Familie, der Abitur gemacht und anschließend studiert hat.

Mit 16 ist er in die SPD eingetreten, nachdem er sich ausführlich mit dem Thema Faschismus auseinandergesetzt hatte. Auch wenn die SPD seit Jahren auf Bundesebene an Zustimmung verliert, gibt sich Hartmann für die Kommunalwahl optimistisch. Die Kasseler SPD habe deutliche Erfolge vorzuweisen. „Die Leute nehmen wahr, dass wir der Stadt guttun. Es gibt viele, die auf Bundesebene etwas anders wählen, aber in Kassel die SPD“, sagt Hartmann, der seit 2014 auch hauptamtlich für die SPD arbeitet, als Fraktionsgeschäftsführer im Rathaus.

Durch ein „gutes Management“ sei Kassel bislang gut durch die Coronakrise gekommen. Hartmann nennt das städtische Hilfsprogramm „Kopf hoch, Kassel“ und die schnelle Einrichtung des Impfzentrums als Beispiele. Wer in Kassel auf wirtschaftliche Stabilität gepaart mit einem vernünftigen Klimaschutz und einen sozialen Zusammenhalt setze, der müsse SPD wählen, sagt Hartmann, der passend zum Wahlkampf jetzt eine rote Brille trägt.

Wer Hartmann schon mal in einem Wahlkampf erlebt hat, der weiß, wie sehr er den direkten Kontakt zu den Menschen mag. Das konnte man im Landtagswahlkampf 2018 erleben, wo Hartmann um ein Direktmandat kämpfte. Allerdings vergeblich.

„Normalerweise würden wir jetzt von Haustür zu Haustür gehen“, sagt Hartmann, selbst ein großer Karnevalist und bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Der Wahlkampf 2021 ist eben komplett anders, „aber dennoch spannend“, sagt Hartmann, der eigentlich immer ansprechbar ist.

Statt sich mit den Menschen von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten, kämpft Hartmann jetzt auf mehreren anderen Kanälen. Dazu gehören Live-Chats, Facebook, E-Mail und Messenger. Oder das Telefon. „Kürzlich rief mich eine 85-Jährige an und sagte, dass ihr Brot verschimmelt ist. Sie bräuchte ein Neues.“ Nach der Arbeit im Rathaus besorgte Hartmann der Dame ein Brot, wie er erzählt.

Andere Leute rufen an und wollen bei dem SPD-Fraktionsvorsitzenden ihren Frust über die Impfpolitik loswerden oder sich über wirtschaftliche Hilfen unterhalten. Er redet mit ihnen. Die Tram nach Harleshausen ist ein kommunales Thema, das ihm sehr am Herzen liegt. Hartmann lebt mit seiner Frau und den Kindern, der Sohn ist 16, die Tochter 7, seit neun Jahren in Harleshausen. Zudem setze sich die SPD für die Fortsetzung des Schulbauprogramms und den Ausbau des Radverkehrnetzes ein. „Die wirtschaftliche Stabilität muss aber gewährleistet sein, um das alles zu erreichen.“

Bei der Reihenfolge der Porträts orientieren wir uns an der Reihenfolge der Listen auf dem Wahlzettel. Morgen stellen wir Sven Dreyer von der AfD vor.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Hinweis in eigener Sache: Für die Aussagen in den Kandidatenvideos sind ausschließlich die Kandidaten und Parteien verantwortlich.

Alle Kandidatenporträts finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.