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Trotz Neubau: Platznot an Valentin-Traudt-Schule

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Von: Christina Hein

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 Der Schulleiter der Valentin-Traudt-Schule in Kassel, Tobias Kröck,, vor dem  Erweiterungsbau.
Trotz des neuen Erweiterungsbaus wird es schon wieder eng: Der Schulleiter der Valentin-Traudt-Schule, Tobias Kröck, freut sich über steigende Schülerzahlen. © Andreas Fischer

Trotz eines neuen Erweiterungsbaus: Valentin-Traudt-Schule in Rothenditmold beklagt erneut Platznot

Rothenditmold – „Das ist das beste schulische Bauprojekt, das in den vergangenen Jahren in der Stadt und im Landkreis Kassel gewuppt worden ist.“ Noch mehr als einem Jahr, im Oktober 2021, hatte sich Tobias Kröck, Schulleiter der Valentin-Traudt-Schule (VTS), erfreut über mehr Platz für seine Schule geäußert. Anlass war die Übergabe des Erweiterungsbaus, in dem nicht nur eine neue Mensa untergebracht ist, sondern auch eine vierzügige Grundschule ihre Räume bezogen hat. Die acht Klassenzimmer im Bestand sind somit um acht zusätzliche im Neubau erweitert worden. Trotz der Freude über den neuen Erweiterungsbau, sagt Kröck heute: „Wir platzen aus allen Nähten, denn wir wachsen stetig weiter.“ Zurzeit wird die VTS inklusive Vorlaufkurse von 880 Schülern besucht. Tendenz steigend. 540 Schüler waren es noch vor fünfeinhalb Jahren. „Wir sind eine der am stärksten wachsenden Schulen in Kassel“, konstatiert Kröck.

Zurzeit finden in den bestehenden Gebäuden der Grund- und Mittelstufenschule an der Wolfhager Straße in einem weiteren Bauabschnitt umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten statt. Insgesamt investiert die Stadt in den Standort VTS 14 Millionen Euro. Die Förderung durch Bund und Land beträgt 12,9 Millionen Euro.

Für die Zeit der Arbeiten im Haupttrakt werden die Schüler in allen möglichen Räumen, unter anderem in der alten Mensa oder den Werkstätten, untergebracht. „Das ist nicht weiter schlimm“, sagt Kröck: „Wir wissen ja, dass es nur vorübergehend ist und wir zum kommenden Schuljahr wieder in die renovierten Klassenräume einziehen können.“ Auch auf die neuen Fachräume freue er sich. „Keine Frage: Das ist ein großer Gewinn und eine Entlastung für uns“, sagt Kröck, „aber insgesamt und perspektivisch reichen die Räume einfach nicht aus.“

Ihm sei vom Schulträger – mit Hinweis auf die neuen Erweiterungsbauten – signalisiert worden, dass gegebenenfalls die Schülerzahl gedeckelt werden müsse. Kröck: „Das empfinde ich als despektierlich. Ich möchte keine Schüler abweisen.“ Die Valentin-Traudt-Schule sei ein Erfolgsmodell und: „Wir sollten froh sein, eine so gut angewählte Schule in Rothenditmold zu haben. Warum die Schülerzahl deckeln, anstatt die Schule mit mehr Platz auszustatten?“

Das sieht Rothenditmolds Ortsvorsteher Hans Roth ähnlich. „Eine Deckelung der Schülerzahl finden wir nicht gut.“ Es könne nicht angehen, Schüler aus einem erfolgreichen Schulverbund zu reißen. Auch lehne der Ortsbeirat eine Veränderung des Schulbezirks ab. „Wir waren froh, als vor zwei Jahren die Ziegenhainer Straße wieder der VTS zugewiesen wurde. Schließlich gehen die dort wohnenden Kinder ja auch in die Kita Rothenditmold.

Hans Roth, Ortsvorsteher von Kassel-Rothenditmold
Hans Roth, Ortsvorsteher © Privat

Das Mittelstufenmodell sei ein Leuchtturm und stehe dem Stadtteil gut zu Gesicht. Er sei stolz darauf, dass Schüler aus der ganzen Stadt und sogar aus dem Landkreis die VTS besuchten.

Gründe für den Schülerzuwachs sind auch eine steigende Geburtenrate, Geflüchtete, die im Stadtteil lebten sowie generell ein starker Zuzug nach Rothenditmold. Kröck: „Wir haben in den fünften Klassen 93 Schüler und sind erstmals vierzügig.“

Gegen den geplanten Abbau der Ersatzbauten habe sich die Schule mit dem Ortsbeirat erfolgreich gewehrt. Kröck: „Ginge es nach uns, könnten die Ersatzbauten ebenso wie der neue Erweiterungsbau sogar noch aufgestockt werden, um für mehr Platz zu sorgen.“

Das Schuldezernat weist darauf hin, dass die Valentin-Traudt-Schule in der Grundstufe bereits drei- bis vierzügig und in der Sekundarstufe I / Mittelstufenschule drei- bis vierzügig ausgebaut ist. Ein Neubau für die Grundstufe sei 2022 übergeben worden. Die Schule hatte in der Vergangenheit im Schnitt drei Intensivklassen für Kinder und Jugendliche nicht deutscher Herkunftssprache. Aktuell sind aufgrund der besonderen Lage (Ukraine) sechs Intensivklassen eingerichtet. Hierfür stehen der VTS vier zusätzliche Räume in Schulersatzbauten zur Verfügung. Im nächsten Jahr, so Schuldezernentin Nicole Maisch, werden die Vorbereitungsarbeiten für den neuen Schulentwicklungsplan der Stadt auf Grundlage der Landesschulstatistik und der Zahlen vom 1. November 2022 aufgenommen. Es müsse die Gesamtentwicklung in der Stadt und die Entwicklung jedes Standortes betrachtet werden. „Ziel ist ein vielfältiges Schulangebot in allen Schulformen.“ Bei steigenden Zahlen in der Grundstufe werden gegebenenfalls die Grundschulbezirke neu geschnitten. Geplant sei zudem eine Grundstufe an der geplanten Gesamtschule am Nordstadtpark. Für die Sekundarstufe 1 werde das Angebot über den Ausbau an vier Gesamtschulen und zwei Gymnasien erweitert.

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