Unterneustädter kämpfen für den Erhalt der Kasseler Schleuse

„Wir wollen nicht als Sandinsel enden“

Joachim Schleißing

Kassel. Nicht nur die Wassersportler, auch „Landratten“ kämpfen für den Erhalt der Kasseler Schleuse. „Wir wollen schließlich nicht als Sandinsel enden“, sagt Joachim Schleißing (Grüne), Ortsvorsteher in der Unterneustadt, die direkt an der Fulda liegt.

Er ist sich sicher, dass sich viele Unterneustädter an der großen Demo auf der Fulda am 3. Juni beteiligen werden. Sie startet gegen 11 Uhr. Motorboote sammeln sich an der Schleuse und fahren flussaufwärts. Ruderer und Kanuten kommen ihnen entgegen. Das Treffen aller Boote findet dann in Höhe des Clubgeländes der Wassersport-Vereinigung Cassel (WVC) auf der Fulda statt. Dazu werden über 200 Boote aller Art erwartet.

Bereits Ende des letzten Jahres habe der Unterneustädter Ortsbeirat den Magistrat aufgefordert, alles für den Erhalt der Schleuse zu tun, sagt Joachim Schleißing. Nach den Sommerferien wird der Ortsbeirat eine Ortsbesichtigung an der Schleuse veranstalten, zu der alle Rathausfraktionen eingeladen sind. Schleißing: „Die Wassersportler und wir Unterneustädter haben doch das gleiche Ziel: Die Schleuse muss erhalten bleiben.“

Den Bewohnern am Fulda-Ufer geht es dabei vor allem um den Hochwasserschutz. Hochwasser droht, wenn die Schleuse dicht ist: Dann könnte kein Baggerschiff die Schleuse passieren, die Fulda würde also künftig nicht mehr ausgebaggert. Die Folge: Sie versandet, tritt über die Ufer, Hochwasser drohen.

3665 Kubikmeter Sand

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen sind im letzten Jahr in der Fulda genau 3665 Kubikmeter Sand, Schlamm und Sedimente ausgebaggert worden. Zum Vergleich: Zwischen 2000 und 3000 Kubikmeter fasst ein olympisches Schwimmbecken mit 50-Meter-Bahnen. Am meisten wurde im Jahr 2004 ausgebaggert - da waren es 9252 Kubikmeter. Ende 2003 und im Frühsommer 2004 hatte es Hochwasser gegeben, die offensichtlich Tonnen von Schlamm mit sich führten.

Aus der Antwort der Bundesregierung geht auch hervor, dass die Zahl der Schleusungen deutlich zugenommen hat: Im Jahr 2011 passierten genau 5079 kleine Sportboote die Schleuse - so viele wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Im Jahr 2010 wurden 3771 Sportboote beim Passieren der Schleuse gezählt. Foto: nh

Von Frank Thonicke

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