Grau-brauner Neubau am Klinikum Kassel stößt auf Kritik - Nachbesserung in Arbeit

Wirbel um Kinderklinik - Neubau am Klinikum Kassel stößt auf Kritik

Dunkler Block: Die Fassade des neu erbauten Frauen-, Mutter- und Kindzentrums an der Mönchebergstraße ist bei Eltern auf Ablehnung gestoßen. Nun sollen kindgerechte Elemente für eine Auflockerung sorgen.

Kassel. Auf dem Bauschild präsentiert sich das neue Frauen-, Mutter- und Kindzentrum am Klinikum Kassel noch mit fröhlich bunter Fassade - und bis vor wenigen Tagen auch auf der Internetseite des Großkrankenhauses.

In der Realität ist davon aber nichts zu sehen. Der 50 Millionen Euro teure Neubau an der Mönchebergstraße wirkt wie ein dunkler Klotz. Große Figuren sollen das Gebäude nun aufpeppen. Hinter den Kulissen hat die einschüchternde Fassade für viele Diskussionen gesorgt. „Ich hätte mir gewünscht, dass er farbiger und freundlicher ist und nicht so ein trister Bau“, sagt Frauke Döring, Vorsitzende des Vereins für krebskranke Kinder. Viele empfänden die grau-braune Fassade als hässlich, dies habe sich in etlichen Diskussionen gezeigt.

Dass sie bei Eltern chronisch kranker Kinder auf Ablehnung stößt, weiß auch Apotheker Klaus Parzefall, Sprecher der Mukoviszidose-Selbsthilfe Kassel. „Viele Eltern sagen: Für ein Kind sei das schwer zu verkraften, wenn es vor so einer dunklen Wand steht.“ Schließlich müssen chronisch kranke Kinder häufig im Krankenhaus behandelt werden. „Wir haben aber das Signal bekommen, dass an der Gestaltung gearbeitet wird“, sagt Parzefall.

Kindgerechte Elemente sollen der Fassade die Strenge nehmen. Nach Auskunft von Klinikum-Pressesprecherin Gisa Stämm gibt es bereits entsprechende Pläne. Wie das konkret aussehen soll, konnte die Sprecherin nicht sagen. Grundsätzlich verfolge man aber das Ziel, den Neubau als Kinderklinik kenntlich zu machen. Bei den Darstellungen, die das Gebäude mit bunter Fassade zeigen, habe es sich lediglich um Projektskizzen gehandelt, sagt Stämm. Irgendwann im Zuge der Umsetzung habe man sich auf eine konkrete Ausführung verständigen müssen. „Man hat sich entschieden, den gesamten Neubaukomplex einheitlich zu gestalten.“ Die Kinderklinik, die Ende 2011 fertig sein soll, gleicht deshalb dem vor wenigen Monaten in Betrieb genommenen Diagnostikzentrum mit der zentralen Notaufnahme.

„Letztlich sind die Kinder doch drin“, sagt Stämm. Viel wichtiger als die Fassade sei die Gestaltung im Innern. Und hierbei sei die Kinderklinik vorbildlich. Im überdachten und beheizten Atrium werde eine 300 Quadratmeter große Spielwiese entstehen mit Kletter- und Spielbereich. In ganz Deutschland gebe es nichts Vergleichbares, sagt die Sprecherin.

Die Klagen besorgter Mütter und Väter über die dunkle und wenig kindgerechte Fassade waren bis zum Chef der Kinderklinik am Klinikum, Prof. Dr. Friedrich-Karl Tegtmeyer, gedrungen. „Ich bin auch sehr daran interessiert, dass das erkennbar ein Platz für Kinder ist und kein Verwaltungsgebäude“, sagt er. Der Mediziner hofft, dass sich die Aufregung nun legt. Die kindgerechte Fassadengestaltung sei auf dem Weg.

Von Ellen Schwaab

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