Wirbel um neuen Radweg am Auedamm - Kosten von 3,5 Millionen Euro

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In der Zwickmühle: Noch fahren viele Radfahrer wie Maurizio Galati am Auedamm aus Sicherheitsgründen lieber auf dem Gehweg.

Kassel. Nach der Fuldapromenade schlägt nun der geplante Radweg am Auedamm Wellen. Auf der Seite der Bootshäuser soll ein Radweg für beide Richtungen entstehen. So war es zumindest geplant. Angesichts der Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro steht das Vorhaben aber auf dem Prüfstand.

„Wir prüfen intern, welche Lösung sinnvoll ist“, sagt der Leiter des Amtes für Straßenverkehr und Tiefbau, Gunnar Polzin.

3,2 Kilometer

Um den 3,2 Kilometer langen Radweg zwischen Damaschkebrücke und Orangerie wie ursprünglich geplant anlegen zu können, müssten der Gehweg verbreitert und der Bordstein des Auedamms versetzt werden. Es entstünden ein 2,50 Meter breiter Radweg für beide Richtungen und daneben ein ebenso breiter Gehweg für die Fußgänger. Hinzu kämen Kosten für die Straßenbeleuchtung und den Vorplatz des neuen Auebads. Den Radweg könne man so nur bauen, wenn es Fördergeld gebe, sagt Polzin.

Eine wesentlich preiswertere Alternative könnte sein, den vorhandenen Gehweg etwas breiter zu asphaltieren und für Radfahrer und Fußgänger frei zu geben. Die schnellen Radler könnten dann auf dem Auedamm bleiben, die langsamen auf dem kombinierten Geh- und Radweg fahren. Geschätzte Kosten dieser Variante: 300.000 Euro.

An Wochentagen sei es überhaupt kein Problem, auf dem Auedamm Rad zu fahren, sagt Polzin. Lediglich an den Wochenenden sei es schwierig.

Der Ortsbeirat Südstadt hatte den teuren Radweg bereits vor Jahren abgelehnt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Kassel Stadt und Land macht nun ebenfalls dagegen mobil. ADFC und Ortsbeirat wollen, dass der Auedamm Fahrradstraße wird. Dafür müsse nicht viel Geld ausgegeben werden. Der Fahrradclub befürchtet, dass der Auedamm zur Rennbahn wird, wenn der Radverkehr aus der Straße genommen wird. Schon jetzt führen in der Woche täglich zwischen 6000 und 7000 Fahrzeuge über den Auedamm, weil die Fahrer dort nicht von Ampeln aufgehalten würden.

Der ADFC lehnt den Radweg, auf dem sich Radfahrer aus zwei Richtungen begegnen, auch aus Sicherheitsgründen ab. Wegen des Gegenverkehrs werde sich die Situation für die Radler keineswegs verbessern, argumentiert der ADFC. Im Gegenteil: Es sei sogar die zusätzliche Gefahr gegeben, dass Radfahrer mit Fußgängern auf dem Gehweg kollidierten. „Die Verbände haben nicht unrecht“, sagt Amtsleiter Polzin zur ihrer Kritik an hohen Kosten. Die Frage sei, ob der Einsatz der Mittel sinnvoll sei oder ob es eine günstigere Alternative gebe, um eine sichere Lösung anzubieten. Möglicherweise müssten die Stadtverordneten neu entscheiden.

Eine Fahrradstraße lehnt Polzin ab. Damit würden die Sicherheitsprobleme durch ein- und ausparkende Fahrzeuge auf dem Auedamm nicht gelöst.

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