ECE-Center in der Kritik - Datenschützer sehen im City-Point aber keine Probleme

Wirbel um Videokameras in Kasseler Einkaufszentren

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Kontrolle per Kamera: Auch rund um die Rolltreppen im City-Point am Königsplatz sind Videokameras installiert.

Kassel. Müssen Kunden und Mitarbeiter des City-Points und des Einkaufszentrums dez in Niederzwehren rechtswidrige Videoüberwachungen befürchten? Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte berichtet, dass in Einkaufszentren der Hamburger ECE-Gruppe, zu denen auch die Kasseler Einkaufsgalerien gehören, unerlaubte Bereiche gefilmt würden.

Diese Form der Überwachung sei nach Ansicht mehrerer Landesdatenschützer rechtswidrig.

Der City-Point am Königsplatz ist nach Auskunft von Renate Hillenbrand-Beck, Leiterin des für ganz Hessen zuständigen Datenschutzdezernats beim Regierungspräsidium Darmstadt, 2009 unter die Lupe genommen worden. Dabei seien keine Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen festgestellt worden. Man habe lediglich eine Videokamera an einem Seiteneingang für Lieferanten beanstandet, durch die auch ein Eis-Café erfasst worden sei. Diese Kamera sei abgebaut worden.

Anders als in dem NDR-Bericht über ECE-Center kritisiert, seien im City-Point keine Kameras an den Eingängen zu Toiletten- und Umkleideräumen installiert. „Das geht jedenfalls aus den Protokollen nicht hervor“, sagt die Datenschützerin. Ruhe- und Gastronomiezonen sowie Schaufensterbereiche würden nicht überwacht. Videokameras seien dort installiert, wo es häufig zu Sachbeschädigungen komme: in Durchgangsbereichen, an den Zugängen zu den Fahrstühlen und Rolltreppen.

„Die Sicherheit der Besucher und Einzelhändler ist uns wichtig“, sagt City-Point-Manager Daniel Quaas. „Kameras sind ein wichtiger Teil des Sicherheitskonzepts.“ Überwacht werde aber nur der öffentliche Bereich im City-Point. Sozialräume und Toiletten würden nicht überwacht.

Das Einkaufszentrum dez in Niederzwehren wurde von den Datenschützern damals nicht überprüft. dez-Manager Alexandru Gavriliu verweist auf eine Presseerklärung der ECE Projektmanagement in Hamburg. Diese weist die Kritik der Datenschützer an der Videoüberwachung in ihren Ladenstraßen zurück. An allen Eingängen werde klar und eindeutig auf die Videoüberwachung hingewiesen. Die Kameraaufnahmen würden von ECE nicht ausgewertet und innerhalb von 48 bis 72 Stunden automatisch überschrieben. Toiletten, Mitarbeiterumkleiden und ähnlich sensible Bereiche würden selbstverständlich nicht überwacht.

ECE sei bereit, über einzelne Kameras zu sprechen und gegebenenfalls auch abzubauen. „Wir sind aber nicht bereit, wie gefordert, generell auf Sicherheitsmaßnahmen in der Ladenstraße zu verzichten“, erklärt ein ECE-Sprecher.

Von Ellen Schwaab

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