Hans-Jochem Weikert will einen guten Eindruck machen, um mehr Länderspiele nach Kassel zu holen

Er wirbt um die Fußballbraut

„Toll, alles voller Menschen“: Hans-Jochem Weikert war bei der Stadt Ansprechpartner des DFB für das U 21-Länderspiel gegen Italien. Mit 16 368 Zuschauern im ausverkauften Auestadion hat Kassel einen neuen Zuschauerrekord aufgestellt. Foto: Janz

Kassel. Daumen nach oben, ein Lächeln auf den Lippen. Hans-Jochem Weikert schaut die Sitzreihe im Auestadion entlang. Er sucht den Blick des DFB-Vizepräsidenten Rolf Hocke. Gerade hat der Stadionsprecher die Zuschauerzahl durchgesagt: 16 368. Ausverkauft. Rekord für ein U 21-Länderspiel.

Zehn Stunden früher in Weikerts Büro. An der Magnetpinnwand hängt ein Plakat der heutigen Partie. Deutschland – Italien. Klassiker. Daneben ein Kalender des KSV: „Das Löwen-Jahr 2011“. Löwen-Figuren auf dem Schreibtisch, Plüsch-Löwen im Bücherregal.

Schon als Kind zum KSV

Hans-Jochem Weikert ist schon als Sechsjähriger von Bettenhausen zum Auestadion gelaufen. Heute ist er 64, KSV-Beiratsvorsitzender und Hauptamtsleiter der Stadt Kassel. In dieser Funktion ist er Ansprechpartner des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) für das U 21-Länderspiel.

Gleich beginnt der Empfang für die Delegationen. Weikert muss noch einiges klären. Im Stadion soll ein Starkstromkabel gesichert werden. „Vieles ist nicht meine Aufgabe, aber ich mache es zu meiner“, sagt Weikert.

Anfang Januar hat ihn Hocke angerufen. Ob das U 21-Spiel in Kassel stattfinden könne? Die beiden kennen sich von früher, vom KSV. Jetzt ist es so weit, heute ist das Spiel. Sie umarmen sich, als sie sich beim Empfang entdecken.

Weikert kennt die meisten Gäste und macht sie miteinander bekannt. Er spricht mit italienischem Akzent. „Das macht mir Spaß, Leute zusammenzubringen.“ Die Delegation der Gäste begrüßt er in ihrer Sprache. Weikert fährt oft nach Italien: Radfahren in der Toskana, Skifahren in den Dolomiten.

Er und Hocke haben ein gemeinsames Ziel: mehr Fußball-Länderspiele in Kassel. Wegen der Größe wird die A-Nationalmannschaft nie im Auestadion spielen. Aber U 19, U 21 oder die Frauen – das wäre drin. Deshalb soll alles reibungslos laufen: „Das ist wie bei der Brautwerbung: Wer eine dauerhafte Verbindung will, der muss einen guten Eindruck machen.“

Mittagessen im Hotel Gude. Die Delegationen bedanken sich für die Betreuung. Weikert sitzt aufrecht, lächelt. Die Vorspeise wird serviert: Carpaccio vom Rosé-Thunfisch. Noch ein Blick aufs Handy: „Die Ortsbeiräte sind ausgezählt. Alles erledigt.“ Weikert ist auch noch Wahlleiter, aber heute konzentriert er sich auf den Fußball. „Mir wäre mehr Abstand zwischen der Kommunalwahl und dem Länderspiel lieber gewesen“, sagt er. Aber das ging nicht. „Stress bin ich gewöhnt, das hält fit.“

Am Abend im Auestadion. Deutschland führt 1:0. In der 17. Minute startet das Publikum die erste Welle. So hat er sich das gewünscht. Weikert lächelt: „Toll, alles voller Menschen!“ Dass Italien am Ende noch zum 2:2 ausgleicht, trübt seine Stimmung nicht: „Wir sind alle glücklich und zufrieden, weil es ein echtes Fußballfest war.“

Von Marcus Janz

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