Schandfleck an der Kurt-Schumacher-Straße

Soll schöner werden: Verkauf des Hansa-Hauses in Kassel beflügelt Ideen

Wünschen sich beide eine Aufwertung: Stadtplanungsamtsleiter Volker Mohr (links) und Architekt René Winkler vor dem Hansa-Haus an der Kurt-Schumacher-Straße.
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Wünschen sich beide eine Aufwertung: Stadtplanungsamtsleiter Volker Mohr (links) und Architekt René Winkler vor dem Hansa-Haus an der Kurt-Schumacher-Straße.

Der Verkauf des Hansa-Hauses hat Ideen zur Umgestaltung des fast 60 Jahre alten Gebäuderiegels an der Kurt-Schumacher-Straße befördert. Auch der Leiter des Stadtplanungsamtes Volker Mohr würde sich wünschen, dass die Immobilie und das Umfeld aufgewertet werden.

Kassel - Ein erster Schritt sei die Neugestaltung des hinter dem Hansa-Haus liegenden Pferdemarkt-Quartiers, die aktuell geplant werde. 1,4 Millionen fließen in das Projekt.

Wie die HNA berichtete, wurde das riesige Gewerbeobjekt zum Jahreswechsel von der Frankfurter Bubis Grundstücksverwaltung an die Kasseler New Space AG verkauft. Konkrete Pläne hat Amtsleiter Mohr von den neuen Eigentümern noch nicht erfahren. „Wir werden in den Dialog gehen“, so Mohr. So lange der neue Eigentümer keine Nutzungsänderung vornehmen wolle, sei er relativ frei bei seinen Planungen. Wenn er aber vorhabe, Wohnungen zu schaffen, habe die Stadt mehr Mitspracherechte.

Der Kasseler Architekt Réne Winkler, der sich mit der Arbeitsgruppe „Transformation der Altstadt“ schon länger mit der Umgestaltung der Bebauung auf dem einstigen Altstadt-Areal befasst, hat einige Ideen. Das Hansa-Haus wirke wie eine Barriere zwischen der ehemaligen Altstadt und dem Pferdemarktquartier. Dabei spiele auch die vierspurige Kurt-Schumacher-Straße eine Rolle. Die Barriere müsse aufgebrochen werden. Winkler hält es daher für wichtig, mehr Querungsmöglichkeiten auf der Straße zu schaffen. Sie müsse ihren Charakter als Asphaltschneise zugunsten von Aufenthaltsqualität überwinden. Dies sei auch im Sinne der Bewohner der GWG-Wohnhäuser, die gegenüber des Hansa-Hauses liegen.

Stadtplaner Mohr sieht dies ganz ähnlich. Im Zuge der Aufwertung des Pferdemarktquartiers – die eine Umgestaltung der dortigen Plätze beinhaltet – werde deshalb auch eine neue Fußgängerquerung über die Kurt-Schumacher-Straße in Höhe der Mittelgasse geschaffen. Somit entstehe auch eine wichtige neue Verbindung zwischen Innenstadt und Universität. Die Planung dafür liefen bereits.

Aber welche Pläne hat die New Space AG für das Hansa-Haus? Ein Sprecher erklärte auf HNA-Anfrage, dass man derzeit in Gesprächen mit den beiden Hauptmietern, der Universität und der Stadt Kassel, führe. Es gehe darum, deren künftigen Bedarf zu erfragen. Leerstand gebe es derzeit nur in den vorgelagerten Pavillons und der ehemaligen Diskothek, die sich an der Ecke Mittelgasse befindet.

„Auf keinen Fall wollen wir den jetzigen Zustand erhalten. Wir planen eine umfassende Sanierung und eventuell Erweiterungen“, so der Sprecher des Unternehmens. Weil man sich des Standorts bewusst sei, betrachte man die Entwicklung der Immobilie keinesfalls losgelöst vom Umfeld. Deshalb stehe man bereits mit anderen Eigentümern in der Nachbarschaft in Kontakt. „Eine zentrale Frage bei der Konzeptentwicklung wird sein, welche Vorstellungen die Stadt für eine Umgestaltung der Kurt-Schumacher-Straße hat“, so der Sprecher. Hier gebe es Handlungsbedarf. (Bastian Ludwig)

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