Mit 25 Tempomessanlagen würde Kassel im Städtevergleich in der Spitzengruppe landen

25 Tempomessanlagen: Wird Kassel Blitzer-Hauptstadt?

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Platzhalter: Wo einst die Blitzersäulen standen, wie hier an der Ludwig-Mond-Straße, sollen demnächst neue Geräte stehen.

Kassel. In wenigen Jahren sollen im Kasseler Stadtgebiet bis zu 25 stationäre Blitzeranlagen stehen. So sehen die jetzigen Planungen im Ordnungsamt aus. Rathaussprecherin Petra Bohnenkamp weist aber darauf hin, dass sich die Zahl der Messanlagen von der Zahl der Standorte unterscheiden könne.

So hätten am Standort Steinweg bisher zwei Messanlagen gestanden, um alle Fahrspuren überwachen zu können. Somit könnte es also sein, dass mit den geplanten 25 Blitzern weniger Standorte bestückt werden. Details werden wohl erst bekannt werden, wenn eine Beratungsfirma gefunden ist, die der Stadt bei der Einführung der neuen Blitzer unter die Arme greifen soll.

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Aus den Rathaus-E-Mails, die der HNA vorliegen, geht hervor, dass die Stadt externe Unterstützung benötige, da intern die entsprechende Fachkenntnis fehle und nicht genügend Personal zur Verfügung stehe. Beim Vergleich der Kasseler Pläne (196 000 Einwohner) mit anderen Städten zeigt sich, dass nicht allein die Größe einer Kommune ein Anhaltspunkt dafür ist, wie viele Tempomessanlagen dort installiert sind:

•  In Frankfurt (680.000 Einwohner) gibt es aktuell 14 stationäre Blitzer. Bis 2015 will die Stadt 2,75 Millionen Euro investieren, um die Zahl der Blitzanlagen auf 26 Geräte zu erhöhen. Zudem hat die Stadt fünf mobile Anlagen im Einsatz.

•  In Göttingen (116.000 Einwohner) stehen drei stationäre Anlagen.

•  In  Fulda (64.000 Einwohner) stehen sieben stationäre Blitzer. Zudem hat die Stadt zwei mobile Anlagen.

•  Darmstadt (146.000 Einwohner) will allein in diesem Jahr für 400.000 Euro elf stationäre Anlagen aufbauen. Bereits vergangenes Jahr wurde eine Anlage aufgestellt.

•  Wiesbaden (271.000 Einwohner) verfügt insgesamt über 19 stationäre und mobile Anlagen.

•  Gießen (76.000 Einwohner) will in diesem Jahr vier bis fünf stationäre Blitzer in Betrieb nehmen.

•  Marburg (72.000 Einwohner) hat vergangenes Jahr vier stationäre Anlagen aufgestellt.

•  Hanau (87.000 Einwohner) hat drei stationäre Blitzer.

„Die Anzahl der Messanlagen sollte sich vor allem nach der Anzahl der Gefahren- und Unfallschwerpunkte richten. Das kann sich von Stadt zu Stadt deutlich unterscheiden“, sagt Thomas Kramer vom ADAC Hessen-Thüringen.

Umfrage von Radio HNA

Wenn die Stadt Kassel nachweisen könne, dass es 25 solcher Gefahrenpunkte gebe, könne eine Einführung von Blitzern in gleicher Größenordnung durchaus gerechtfertigt sein. Um dies zu prüfen, müsse aber erst klar sein, welches die Standorte sind. In der nordrhein-westfälischen Stadt Hagen etwa, die mit 187 000 Einwohnern ähnlich groß wie Kassel sei, gebe es 29 stationäre Blitzer.

Von Bastian Ludwig

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