Eltern kämpfen um Verbindung

Zwischen Heidewegschule und Brasselsberg: Wird Schulbus eingespart?

Gucken und schnell rüber: Nach den Sommerferien sollen die Schulkinder den Linienbus nutzen und von der Haltestelle über die viel befahrene Konrad-Adenauer-Straße gehen. Eltern wehren sich gegen diese Pläne der KVG. Foto:  Zgoll

Brasselsberg. Der Schulbus, der die Kinder von der Heidewegschule (Bad Wilhelmshöhe) zum Brasselsberg bringt, steht vor dem Aus.

Wenn es nach den Plänen der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) geht, wird die letzte Schulbuslinie im Stadtgebiet nach den Sommerferien gestrichen. „Wir werden das Angebot aus Kostengründen einstellen“, bestätigt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Die Auslastung der Busse, die nach der vierten und der sechsten Stunde fahren, sei zu gering. Die Kinder könnten auf die Linienbusse ausweichen.

Dagegen wehrt sich eine Elterninitiative, die das für zu gefährlich hält. Der Schulbus fährt bislang eine Schleife über die Konrad-Adenauer-Straße, den Bilsteiner Born, die Nordshäuser Straße und zurück (siehe Grafik). „Wenn sie an der Konrad-Adenauer-Straße aussteigen, müssen die Kinder eine breite, viel befahrene und gefährliche Straße überqueren“, sagt Michael Emde, der Sprecher der Initiative. Die hat mittlerweile 800 Unterschriften für den Schulbus gesammelt und engagiert sich weiter.

Unter anderem verweisen die Eltern auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1973. Damals wurde das Schulgebäude am Brasselsberg geschlossen. Gleichzeitig gab es die Zusage, die Kinder per Schulbus zur Heidewegschule zu transportieren. „Damals war das Land noch für die Beförderung zuständig“, sagt Kassels Schulamtsleiterin Gabriele Steinbach. Die Stadt arbeite an einem Schulwegeplan für die Kinder vom Brasselsberg.

Über Fußgängerbrücken und Mittelinseln gebe es sichere Querungsmöglichkeiten über die Konrad-Adenauer-Straße. Ein kleiner Umweg sei dabei zumutbar. Auf Nachfrage bestätigt Steinbach, dass eine Straße mit Mittelinsel als sicher für sechs bis zehnjährige Kinder angesehen werde.

Michael Emde, dessen Tochter sieben Jahre alt ist, sieht das anders. Der Kfz-Mechaniker will zusammen mit anderen Eltern weiter für den Schulbus kämpfen. Der müsse ohnehin nicht mehr so oft fahren. Die Heidewegschule sei auf dem Weg zu einer Ganztagsschule mit einem einheitlichen Schulschluss am Nachmittag. Nach seiner Rechnung geht es um den sicheren Schulweg von 25 Kindern.

Für die und die künftigen Schulkinder will die KVG ein Verkehrsanfängertraining anbieten. Den Eltern reicht das nicht. Sie sammeln weiter Unterschriften. „Fast alle, die wir ansprechen, unterschreiben auch“, sagt Michael Emde. Einige hätten erzählt, dass schon ihre Kinder und Enkel mit diesem Schulbus gefahren seien. KOMMENTAR ARTIKEL UNTEN

Sind Sie auch mit dem Bus zur Schule gefahren? Haben Ihre Kinder den Schulbus genutzt? Erinnerungen - gern mit Foto - schicken Sie bitte an kassel@hna.de oder per Post an die HNA, Lokalredaktion Kassel, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel.

Von Thomas Siemon

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