Pollen können fliegen

Nach Super-Wetter-Wochenende wird es wolkiger

+
In den nächsten Tagen lohnen sich Spaziergänge: Es soll wärmer und sonnig werden.

Der Frühling klopft an: Hoch Dorit bescherte uns am Wochenende viel Sonnenschein. Auch am Montag soll es noch sonnig bleiben, dann aber wartet Tief Werner - und bringt Wolken mit.

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 17. Februar um 18.49 Uhr - Zwei Wochen vor dem eigentlichen Frühlingsanfang hat sich der Frühling überall in Nordhessen und Südniedersachsen angekündigt. Seit Donnerstag liegen die Höchsttemperaturen im zweistelligen Bereich und die Sonne hat sich verbreitet durchgesetzt.

Frühlingswetter am Wochenende

Auch am Wochenende gab es Sonnte satt, mit milden Temperaturen zwischen neun und 14 Grad. In den meist klaren Nächten blieb es allerdings weiter empfindlich kalt mit Temperaturen um null Grad und teilweise Bodenfrost. 

Grund für das tolle Frühlingswetter ist das Hochdruckgebiet Dorit, das derzeit über Mitteleuropa zieht. „Dadurch strömt sehr milde Luft heran“, erklärt Diplom-Meterologe Florian Bilgeri vom Deutschen Wetterdienst. „Bis Mittwoch kommender Woche bleiben die Temperaturen vermutlich stabil.“ 

Dass es Mitte Februar schon so warm ist, sei eine Besonderheit. Meistens werde das Wetter erst Ende des Monats milder. Im März sei jedoch auch ein erneuter Kälteeinbruch möglich. Der Experte rät deshalb: „So ganz können wir uns noch nicht auf Frühling einstellen.“

Wie wird das Wetter in den nächsten Tagen?

Nach dem frühlingshaften Wochenende erwartet Hessen dann in den kommenden Tagen unbeständigeres Wetter. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag mitteilte, löst Tief Werner ab Dienstag Hoch Dorit ab, das in den vergangenen Tagen für viel Sonnenschein gesorgt hatte. Die Temperaturen bleiben allerdings frühlingshaft. "Es bleibt auch weiterhin zu mild", sagte DWD-Meteorologe Markus Übel. 

Montag soll es laut DWD-Vorhersage in Hessen bei Höchstwerten zwischen 11 und 15 Grad sonnig und niederschlagsfrei bleiben. Am Dienstag ziehen dann aber von Westen her dichte Wolken auf, die örtlich auch Regen mit sich bringen. Ab Nachmittag soll es dann aber wieder auflockern. Die Tageshöchstwerte erreichen 7 bis 11 Grad. 

Ähnlich gestaltet sich der Mittwoch, zunächst mit Wolken, dann aber Auflockerungen. Es bleibt mit bis zu 12 Grad sehr mild. 

Lange hält sich das wolkige Wetter auch nicht: Bereits zum Ende der Woche, so teilte der DWD mit, erwartet Deutschland das nächste Hoch.

Hier erfahren Sie, wie das Wetter bei Ihnen Zuhause wird.

Erste Frühblüher zu sehen

In der Natur machen sich die milden Temperaturen bereits bemerkbar. In Parks und Gärten zeigen sich die ersten Frühblüher. Hornveilchen, Stiefmütterchen, Schneeglöckchen und Winterlinge sind einige der frühen Sorten. Laut Johanna Hinterlang von der Kasseler Gärtnerei Uffelmann eignen sich die aktuellen Temperaturen bereits gut, um verschiedene Zwiebelblumen wie Krokusse und Traubenhyazinthen zu pflanzen.

Als Nächstes folgten dann die Narzissen. Für die Blumen sei das warme Wetter nicht zu früh, sagt Hinterlang. Auch Temperaturschwankungen mit Minusgraden in der Nacht könnten die Pflanzen gut verkraften.

Schlechte Nachrichten für Pollenallergiker

Für Wintersportfans bedeuteten die wärmeren Temperaturen schon in der vergangenen Woche Tauwetter - am vergangenen Wochenende bis in Höhen von 1800 bis 2000 Meter. Und auch Pollenallergiker dürften sich nicht nur freuen: Laut DWD sind erste Pollen auf dem Vormarsch, da langsam Bäume und Sträucher beginnen zu blühen.

Die Pollen von Hasel und Erle sind in der Regel die ersten, die bei entsprechenden Witterungsverhältnissen fliegen (hier geht's zum Pollenflugkalendar der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst). So können beide Pollenarten bereits ab Mitte Dezember in der Luft vorkommen, im Laufe des Februars beginnt die Vorblüte, meldet der DWD. Die Hauptblüte sei von Ende Februar beziehungsweise Anfang März bis Mitte März zu erwarten. Noch bis Mitte Mai beziehungsweise Ende Juni fliegen dann letzte Hasel- beziehungsweis Erlenpollen.

In dieser Saison wurde laut DWD in einigen Teilen Deutschlands bereits in der milden Phase Ende Dezember/Anfang Januar ein erster schwacher Flug von Hasel- und Erlenpollen registriert. In Niedersachsen erreichte der Haselpollenflug Mitte Januar sogar vereinzelt schon ein mäßiges Niveau. Der Deutsche Wetterdienst bietet für Pollenallergiker eine kostenlose Pollenflug-App für die Vorhersage der acht allergologisch relevanten Blütenpollen.

Sturm durch Jetstream

In den nächsten Tagen soll der Wind nur schwach wehen - aus unterschiedlichen Richtungen, meldet WetterOnline. Anders sah das noch in der vergangenen Woche und am Wochenende aus. Warum dies so war, lesen Sie in unserer Wetterinfo vom 6. Februar: 

Am Wochenende sind laut WetterOnline sogar schwere Orkanböen nicht ausgeschlossen. „Hinsichtlich der Stärke, der Zeit und des Ortes verändern sich die Wettermodelle bei solch dynamischen Sturmtiefs in der Regel noch einige Tage vorher, aber nach dem Szenario eines europäischen Wettermodells zieht am Sonntag ein Orkantief über die Nordsee", erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. 

Sicher sei, dass es insgesamt sehr windig werde. Denn seit langem treffe Deutschland wieder ein ausgeprägter Abschnitt des Jetstreams. Der Jetstream ist laut WetterOnline ein Starkwindband in mehreren Kilometern Höhe. Dieses gleicht die großen Temperatur- und Druckunterschiede zwischen den polaren und subtropischen Breiten aus. Am Wochenende verläuft er markant ausgeprägt genau über Deutschland, so Habel. Direkt im Starkwindband des Jetstreams würden Windgeschwindigkeiten von über 500 Kilometer pro Stunde erreicht. Außerhalb des eigentlichen Windbandes nehme die Geschwindigkeit sehr schnell ab. Dennoch könne der Jetstream in der Höhe am Boden zu schweren Sturmtiefs führen. (mak/lhe)

Nachrichten aus der Region bequem und kostenlos aufs Handy

Jeden Tag informiert Sie HNA.de über das aktuelle Geschehen in Nordhessen und Südniedersachsen. Die wichtigsten Nachrichten aus der Region können Sie sich aber auch ganz bequem und kostenlos aufs Handy schicken lassen - über WhatsApp, Telegram und - jetzt neu - auch über den Facebook-Messenger.

Infos zur Anmeldung finden Sie hier:

Facebook-Messenger

WhatsApp

Telegram

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.