Scheidender Stadtbaurat soll ab 2011 Städtische-Werke-Manager Martin Kiok ersetzen

Witte als Vorstand im Gespräch

Martin Kiok

Kassel. Stadtbaurat Norbert Witte (CDU) soll Nachfolger von Städtische-Werke-Vorstand Martin Kiok werden. Darauf haben sich nach Informationen unserer Zeitung Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Bertram Hilgen (SPD) und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) verständigt.

Wittes Amtszeit im Baudezernat läuft Ende Februar aus, der Vertrag von KVV-Vorstand Kiok endet am 31. Dezember 2010. Der Vorstand wird auf fünf Jahre gewählt.

Die offizielle Entscheidung soll im Sommer fallen. Nach dem Aktiengesetz muss der Aufsichtsrat innerhalb festgesetzter Fristen entscheiden, in diesem Fall sechs bis drei Monate vor Vertragsende. Bereits zuvor soll KVV-Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig (60), dessen Vertrag ebenfalls zum Jahresende ausläuft, im Amt bestätigt werden. Seine Wiederwahl gilt als sicher. Schon vor fünf Jahren war Helbigs Vertrag von dem paritätisch besetzten Kontrollgremium einstimmig verlängert worden, während CDU-Mann Kiok nicht alle Stimmen auf sich vereinen konnte.

Wieder ein Christdemokrat

Mit Norbert Witte wäre zwar wieder ein Christdemokrat im Vorstand des städtischen Konzerns, doch die SPD könnte gut damit leben. Der Baudezernent hat sich im Kasseler Magistrat stets loyal verhalten, was ihm am Ende den Zorn der CDU und das Wohlwollen des Oberbürgermeisters einbrachte. Hilgen hätte Witte gern behalten, doch die geänderten politischen Verhältnisse ließen dies nicht zu.

Für Witte sprechen die Erfahrungen, die der Tiefbauingenieur aus dem Baudezernat mitbringt. Als Vorstand der Städtischen Werke könnte er den umstrittenen Bau des Auebads - der BUND erwägt eine Klage gegen das Vorhaben im Landschaftsschutzgebiet - voranbringen und seinem fachfremden Nachfolger im Rathaus unter die Arme greifen. Der neue Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse, der sein Amt am 1. März antritt, ist von Haus aus Chemiker.

Mit dem Wechsel im KVV-Vorstand wäre auch das spannungsreiche Verhältnis zwischen Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) und dem als sperrig geltenden Technischen Vorstand Kiok gelöst, den bei Vertragsende altersmäßig nur noch zwei Jahre vom Ruhestand trennen. Witte ist 58 Jahre alt und könnte eine volle Amtszeit zur Verfügung stehen. Kiok denkt aber nicht ans Aufhören. „Ich habe nicht vor, mich vorzeitig zu verabschieden“, sagte der 62-Jährige auf Anfrage. Witte war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Hilgen ließ gestern über Magistratssprecherin Petra Bohnenkamp lediglich mitteilen, er beteilige sich nicht an Spekulationen über bevorstehende Personalentscheidungen. KOMMENTAR

Archivfotos: Fischer/Herzog/nh

Von Ellen Schwaab

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