Recherche weist auf Ursprung in Frankreich hin

Woher kommt eigentlich Grüne Soße?

+
Gesundes Frühlingsgericht: Die nordhessische Grüne Soße unterscheidet sich von der südhessischen dadurch, dass die Kräuter gehackt und nicht püriert werden.

Wenn das mal keine spektakuläre Erkenntnis ist: Die Grüne Soße, das hessische Urgericht schlechthin haben die französischen Glaubensflüchtlinge, die Hugenotten, mit nach Deutschland gebracht.

Das hat der Kasseler Liedermacher Hans Dinant herausgefunden, als er nach seinen eigenen hugenottischen Wurzeln forschte. Und er hat die These gleich künstlerisch verarbeitet: Der Tatsache, dass Vieles, das hierzulande auf dem Teller landet, französischen Ursprungs ist, hat er in seinem neuen Bühnenprogramm das Lied „Bon Appetit“ gewidmet. Darin heißt es: „Die Gallier warn immer dabei zu genießen/ und als sie dann ihre Heimat verließen,/ um hier zu leben, da brachten sie/ Köstliches mit und nun Bon Appetit!“ Und Dinant zählt die eingedeutschten Köstlichkeiten auf: „Schwarzwurzeln und Chicorée, die Champignons, das Kartoffelpüree ... Sie brachten und das ist der Hit/ die Grüne Soße nach Deutschland mit.“

„Ich habe das alles recherchiert“, sagt Dinant. Im Hugenottenmuseum in Bad Karlshafen sei er fündig geworden. „Sauce verte“ heißt die französische Kräuter-Kreation, die in Deutschland naturgemäß im Frühling und traditionell am heutigen Grünen Donnerstag, sowie nach Ostern zur Verwertung der hart gekochten Eier zubereitet wird. Seinen noch weiter zurückliegenden Ursprung soll die Soße im Mittelalter und den Kreuzzügen haben: In den im Orient verbreiteten Gerichte mit in Ölen eingelegten Kräutern.

Tatsächlich heißt es auch in der Online-Enzyklopädie Wikipedia: „Vieles spricht für einen hugenottischen Ursprung der Grünen Soße.“ Es waren also die Franzosen, die Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhunderts die Grüne Soße eingeschleppt haben. Was für ein Glück!

Rezept: Grüne Soße aus Nordhessen

Zutaten für 4 - 6 Portionen:

  • Sieben frische Kräuter, am besten aus dem eigenen Garten, etwa je eine handvoll Schnittlauch, Borretsch, Petersilie, Sauerampfer, Pimpinelle, Zitronenmelisse, Dill
  • 3 Becher Schmand
  • 2 Becher Joghurt oder saure Sahne
  • 1 TL Senf, Salz und Pfeffer
  • 12 Eier

Zubereitung: Die Kräuter fein hacken. Eier hart kochen, abschrecken und pellen. 6 Eier würfeln. Den Schmand mit Joghurt oder Saurer Sahne in einer Schüssel glattrühren. Mit Senf, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Eierwürfel und die gehackten Kräuter unterrühren. Die Schüssel abdecken und mindestens drei Stunden in den Kühlschrank stellen.

Vor dem Servieren noch einmal durchrühren und bei Bedarf mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Zitronensaft abschmecken. Jetzt die restlichen 6 Eier halbieren und dekorativ auf die Soße setzen. Ein paar grob gehackte Kräuter drüberstreuen. Dazu schmecken frische Pellkartoffeln.

Lesen Sie auch: Grüne Soße - Darauf sollten Sie bei der Zubereitung achten

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.