Nicht genug Platz für Wohnmobile in Kassel

Mehr Platz: Die Kasselerin Heidi Schaefer wünscht sich für Kassel mehr Stellplätze für Wohnmobile. Für unser Foto posiert die 72-Jährige mit ihrem Wohnmobil der Marke „Carthago“ vor dem Besucherzentrum am Herkules. Foto: Zgoll

Kassel. In Kassel gibt es keinen größeren Stellplatz für Wohnmobile, auf dem mehr als 14 Fahrzeuge zur gleichen Zeit parken können.

Diesen Missstand kritisiert die Kasselerin Heidi Schaefer seit Jahren.

Die passionierte Wohnmobil-Fahrerin hat bereits viele Briefe geschrieben - unter anderem an die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) - , in denen sie bedauert, dass es nicht erlaubt ist, mit Wohnmobilen auf dem großen Parkplatz am Bergpark Wilhelmshöhe zu stehen. Auch an anderer Stelle in Kassel gibt es keinen geeigneten Platz. Vor dem Hintergrund des Tourismusmagneten Welterbe sei dies für sie unverständlich.

Heidi Schaefer ist eine von bundesweit tausend alleinreisenden Wohnmobilisten. Seit langem möchte sie ihre Bekannten aus der Gruppe mit deren Wohnmobilen nach Kassel einladen. Dieses Sightseeing auf vier Rädern sei für viele Menschen ein leidenschaftliches Hobby: Man verabrede sich in Internetforen und treffe sich beispielsweise - wie zuletzt - in Bad Hersfeld, besuche gemeinsam Veranstaltungen, Museen, gehe zusammen in ein Restaurant, bummele durch die Stadt.  

Das Ziel Kassel sei jedoch für eine größere Gruppe von Wohnmobilisten chancenlos. Der einzige Stellplatz in Kassel liegt gegenüber dem privat betriebenen, seit über einem Jahr geschlossenen Campingplatz an der Fulda. Er sei „viel zu klein“. Auch ein gewisser Service wie in anderen Städten, wo es beispielsweise eine ÖPNV-Karte im Stellplatzpreis inklusive oder einen Fahrradverleih vor Ort gibt, suche man in Kassel vergeblich.

In Hofgeismar habe kürzlich das Jahrestreffen der Wohnmobilisten, die die Automarke Carthago fahren, stattgefunden. Allein da seien 120 Fahrer mit ihren Wagen angereist. „Überall, wo wir hinkommen, nimmt man uns gastfreundlich auf. Schließlich lassen wir ja auch Geld in der Stadt“, sagt Schaefer: „Nur in Kassel freut sich keiner über uns, da sind wir nicht willkommen. Es ist traurig, dass wir da nicht mithalten können“, sagt die erklärte „Lokalpatriotin und Kasselänerin von ganzem Herzen“.

Stadt: Keine Handhabe

Die Stadt Kassel hat den Wohnmobilplatz an den Betreiber des benachbarten Campingplatzes vermietet, deshalb habe die Stadtverwaltung keinen Einfluss auf mögliche Veränderungen, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich auf Anfrage der HNA. Dass der Campingplatz seit längerem nicht verlässlich geöffnet ist, sei ein Problem. „Wir sind bestrebt, darauf hinzuwirken, dass der Campingplatz wieder in Betrieb genommen wird“, sagt Happel-Emrich. Man suche im Rathaus nach einer Lösung. „In dem Zusammenhang muss man auch den Wohnmobil-Stellplatz betrachten. Wir wissen, dass das für den Tourismus wichtig ist.“

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