Wohin mit dem Verkehr? Stadt lädt zu Bürgerforen ein

Verkehrsentwicklungsplan für Kassel soll Ende 2014 fertig sein

Ohne Verkehr läuft in Kassel nichts. Jedoch wird er bisweilen zum Problem – wie auf der Holländischen Straße (Bild). Sie wird jeden Tag von bis zu 34 000 Autos und Lastkraftwagen befahren. Archivfoto: Karsten Socher

Kassel. Es geht um die Verkehrsentwicklung in Kassel in den nächsten 15 Jahren. Und die Bürger sollen mitreden.

Schon einmal hat es im Februar des vergangenen Jahres sechs Bürgerforen zum Verkehrsentwicklungsplan 2030 (VEP) gegeben. Damals wurde aufgezeigt, wie es um die verkehrliche Situation in Kassel bestellt ist, wie viele Menschen jeden Tag das Auto nutzen, wie viele mit Bussen, Straßenbahnen oder mit dem Rad unterwegs sind. Es wurde gezeigt, wie sich Verkehrsströme in der Stadt bewegen, was für Belastungen und Umweltprobleme damit verbunden sind und wo sich Handlungsbedarf abzeichnet.

Verschiedene Interessen

Nun ist die Stadt einen Schritt weiter. Nachdem im Dezember die Stadtverordnetenversammlung ein Zielkonzept zum VEP 2030 beschlossen hat, wurden nun Vorschläge entwickelt, in welche Richtung die künftige Verkehrsentwicklung in Kassel führen soll. Diese Vorschläge sollen erneut der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dazu hat die Stadt fünf Bürgerforen organisiert, die nun alle im Monat Mai stattfinden.

Der VEP 2030 ist groß angelegt und versucht viele Aspekte unter einen Hut zu bekommen. So spielen die Mobilitätsbedürfnisse verschiedener Interessengruppen (Pendler, Gewerbe, Handel, Dienstleistung, Tourismus) ebenso eine Rolle wie die Auswirkungen von Verkehr auf die Umwelt- und Lebensqualität. Gleichzeitig geht es um Erreichbarkeit von Zielen, um Verkehrssicherheit, und darum, wo und wie vorhandene Infrastruktur optimiert werden kann. Kurz: „Der VEP soll den Verkehr in Kassel sicherer, umweltverträglicher und effizienter machen“, sagt die Stadt.

Autoverkehr drosseln

Wie das konkret aussehen soll, wird in den kommenden Monaten diskutiert. Derzeit ist davon die Rede, den Anteil der mit dem Auto in Kassel zurückgelegten Wege von aktuell 43,4 Prozent auf rund 35 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig soll das System aus Bus, Tram, Rad- und Fußwegen gestärkt werden, um Lärm und Luftschadstoffe zu reduzieren.

Dieses Ziel stößt nicht überall auf Gegenliebe, vor allem dann, wenn Benachteiligungen für Autofahrer befürchtet werden. Als utopisch, realitätsfern und lebensfremd kritisierte bereits die CDU die Ideen der Planer, als verkehrspolitischen Rückschritt in Richtung Provinzdorf die FDP. Selbst die SPD mutmaßte Autofahrer-Schikane, die es mit ihr nicht geben werde.

Fakt ist: Bislang handelt es sich lediglich um Vorschläge. Festgezurrt wird der VEP frühestens im Herbst 2014, wenn er die politischen Gremien durchlaufen hat und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Bevor es soweit ist, werden alle Vorschläge in den Bürgerforen und Ortsbeiräten diskutiert.

www.stadt-kassel.de/projekte/verkehr/infos/18755/

Von Boris Naumann

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