Zehn Miet- und Eigentumswohnungen entstehen an der Oberbinge

Neues Mehrfamilienhaus in Kirchditmold mit Eisspeicher

Auf der Zielgeraden: Noch laufen letzte Fassadenarbeiten, der Bau des Eisspeichers und die Gestaltung des Gartens. Zum Jahreswechsel sollen die Bewohner an der Oberbinge einziehen.
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Auf der Zielgeraden: Noch laufen letzte Fassadenarbeiten, der Bau des Eisspeichers und die Gestaltung des Gartens. Zum Jahreswechsel sollen die Bewohner an der Oberbinge einziehen.

Kassel – Marc Berghöfer ist von seinem Neubau an der Kirchditmolder Oberbinge überzeugt. Dort, wo seine Familie über mehrere Generationen hinweg Metallschläuche fertigte, entsteht derzeit ein Wohnhaus mit zehn Eigentums- und Mietwohnungen. Zur Jahreswende sollen die ersten Bewohner einziehen. Das Besondere: Das Gebäude wird durch einen unterirdischen Eisspeicher gekühlt und beheizt. Diese innovative Technik gibt es in Kassel bislang nur im neuen Fraunhofer-Institut, das derzeit entsteht.

Es kam zuletzt nicht oft vor, dass Neubauvorhaben beim Ortsbeirat Kirchditmold im Vorfeld auf positive Resonanz stießen. Häufig kritisierten die Stadtteilvertreter Form und Dimension der Projekte: „Stadtvillen“ heißt das Schreckgespenst. Bei dem Neubau an der Oberbinge 5 war dies anders.

Als der Unternehmer Berghöfer vor drei Jahren gemeinsam mit dem Büro Ohlmeier Architekten seine Pläne in dem Gremium vorstellte, war die Runde davon angetan. Vor allem deshalb, weil der Bauherr nur ein Viertel der Gesamtfläche von 4700 Quadratmetern bebaut. Drei Jahre später sind die Arbeiten kurz vor dem Abschluss.

„Seit 1901 ist das Areal in Familienbesitz. Ich habe also einen emotionalen Bezug“, sagt Berghöfer. Deshalb sei es ihm auch daran gelegen wesen, dort keine Nullachtfünfzehn-Architektur zu realisieren. Entstanden ist in zweijähriger Bauzeit ein dreigeschossiges Gebäude mit geschwungener Fassade. „Natürlich ist es ein großes Haus, aber ich finde, durch die harmonische Form wirkt es nicht so massiv“, sagt Berghöfer.

Unter dem Gebäude befindet sich eine Tiefgarage mit 14 Stellplätzen. Drei Fahrstühle sorgen für Barrierefreiheit im Haus. Berghöfer hat einen hohen einstelligen Millionenbetrag in das Projekt investiert. Konkreter will er bei der Investitionshöhe nicht werden. Allein der Eisspeicher habe 400 000 Euro gekostet.

So soll es werden: Neben dem Gebäude entsteht ein Garten, unter dem der Eisspeicher liegt.

Drei der zehn Wohneinheiten sind noch frei – darunter Miet- wie Eigentumswohnungen. Die Wohnflächen reichen im Haus von 130 bis 250 Quadratmetern. Die Preise liegen bei 4700 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 12,50 Euro zur Miete.

„Dafür sparen die Bewohner durch den Eisspeicher an den Nebenkosten“, sagt Berghöfer.

Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne) bestätigt, dass das Bauprojekt bei der Vorstellung im Ortsbeirat durchweg positiv beurteilt wurde. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass private Bauherren ihre Projekte im Ortsbeirat vorstellten. Dazu seien sie nämlich in der Regel nicht verpflichtet. Zudem brauche Kirchditmold Wohnraum. „Allerdings endlich auch günstigen“, schränkt sie ein.

Nachdem das Gebäude nun konkrete Formen angenommen hat, habe sie aus dem Ortsbeirat auch einige kritische Stimmen vernommen. Das könne sie nicht ganz nachvollziehen. „Das Projekt wurde uns so vorgestellt.“ (Bastian Ludwig)

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