Pläne für das Areal Kinderkrankenhaus Park Schönfeld

Am Eingang zur Kasseler Südstadt soll ein 14-Etagen-Hochhaus gebaut werden

Das ehemalige Kinderkrankenhaus Park Schönfeld an der Frankfurter Straße 167 in Kassel. Hier soll bald ein neues Bauprojekt entstehen.
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Neue Nutzung: das ehemalige Kinderkrankenhaus Park Schönfeld an der Frankfurter Straße 167 in Kassel. Hier soll bald ein neues Bauprojekt entstehen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Kinderkrankenhauses Park Schönfeld an der Frankfurter Straße 167 tut sich etwas. Die Eigentümerin, die Kasseler Firma Vinber, plant hier zu den Klinikgebäuden im Altbestand umfangreiche Neubauten für Gewerbe und Wohnen.

Kassel - Die Südstadt entwickelt sich zur Boomtown, zum Stadtteil, in dem sich städtebaulich enorm viel tut. Besonders markant an den aktuellen Plänen für das Areal Kinderkrankenhaus Park Schönfeld wird ein 14 Geschosse hohes Hochhaus am südlichsten Punkt des 1,5 Hektar großen Klinikgeländes an der Südtangente sein. Der bis zu 44 Meter hohe Turm soll hinter dem Wall zum Autobahnzubringer, quasi gegenüber dem Keglerzentrum an der Damaschkestraße, errichtet werden.

„Die Südstadt wird mit diesem Bauwerk ein schönes Eingangsportal bekommen, das bislang für die von der Autobahn Ankommenden gefehlt hat“, sagte Katja Block vom städtischen Amt für Bauaufsicht. Sie hat jetzt mit Marcel Litfin vom Kasseler Architekturbüro ANP vor den Mitgliedern des Ortsbeirats der Südstadt den entsprechenden Bebauungsplan vorgestellt. Er wird demnächst im Rathaus öffentlich ausliegen.

Da es sich um ein urbanes Gebiet handelt, sei eine Durchmischung und Betonung des Innenstadtcharakters geplant. „Ziel ist, ein gut durchmischtes Quartier mit Wohnen, Verwaltung, Beherbergung und Dienstleistung zu schaffen.“ Auch eine Verbesserung der Radwegesituation sei geplant. Durch das Gelände wird eine Privatstraße führen, die als öffentlicher Fuß- und Radweg genutzt werden kann.

Zur Anzahl der entstehenden Wohnungen konnten die Planer keine Angaben machen. Die Nutzung sei noch nicht konkretisiert, so Katja Block. Da es sich um ein Mischgebiet handelt, könnten die geplanten 24 000 Quadratmeter Geschossfläche, die entstehen, für Büros, Wohnraum und auch ein Hotel gleichermaßen genutzt werden. Der Denkmalschutz der alten über hundert Jahre alten Gebäude soll respektiert werden.

Das Gelände auf der gegenüberliegenden Seite der Frankfurter Straße, das zuletzt als Parkplatz genutzt wurde, soll ebenfalls bebaut werden.

Der Investor rechnet damit, dass im Frühjahr 2022 mit den Planungen begonnen werden kann. Vorher wird es einen Architektenwettbewerb geben.

Das Kinderkrankenhaus war zuletzt unter anderem großflächig als Unterkunft für Geflüchtete genutzt worden.

Nach dem Großbauprojekt „Neue Mitte Südstadt“ auf dem Gelände des ehemaligen Versorgungsamts, das die Nassauische Heimstädte/Wohnstatt realisiert, wurden dem Ortsbeirat der Südstadt jetzt die Pläne für ein weiteres Vorhaben an der Frankfurter Straße präsentiert: die Entwicklung des 15 500 Quadratmeter großen Areals des ehemaligen Kinderkrankenhauses Park Schönfeld. Die Kasseler Entwicklungsgesellschaft Vinber, plant hier – unter Berücksichtigung des denkmalgeschützten Bestands der alten Klinik – ambitionierte Bauten. Vor allem die Errichtung eines von den Architekten als „Hochpunkt“ bezeichneten Turms über maximal 14 Geschosse am Rand des Areals, sorgte für Fragen der Stadtteilvertreter. Die anderen Neubauten würden vier bis sechs Geschosse hoch.

Wie viel Wohnraum hier letztlich entsteht, könne jetzt noch nicht konkret gesagt werden, erklärte Katja Block vom städtischen Planungsamt. Mehrere tausend Quadratmeter Fläche werde das Wohnen aber in dem Mix von Wohnen, Verwaltung, Beherbergung und Dienstleistung einnehmen. Planungsziel sei ein gut durchmischtes Quartier.

Ausgeschlossen werde im Wohngebiet störendes Gewerbe wie Tankstellen, Bordelle und Vergnügungsstätten sowie großflächiger Einzelhandel. Die Erschließung erfolge über die bestehende Zufahrt, eine Ausfahrt ist in Richtung Auestadion vorgesehen. Es soll 171 Stellplätze geben, davon 126 in Tiefgaragen.

Die Mitglieder des Ortsbeirats mahnten an, darauf zu achten, dass mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen eingeplant werden und dass eine Bebauung des ehemaligen Parkplatzes Frankfurter Straße 161 der historischen Bebauung der Straße gerecht wird. Zudem wünschten sich die Stadtteilvertreter auf dem Areal ein Andenken an den jüdischen Kinderarzt Dr. Felix Blumenfeld. Er war der Initiator der Klinik und erster Chefarzt, der sich, um sich einer Ermordung durch Hitlers Schergen zu entziehen, 1942 das Leben nahm. Die Bebauungspläne für das Areal Kinderkrankenhaus Park Schönfeld befürworteten die Ortsbeiratsmitglieder einstimmig bei einer Enthaltung. (Christina Hein)

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