Nachkriegsbau an Gottschalkstraße

Wohnhaus für Studenten: Neubau mit 30 Apartments

So könnte es werden: Anstelle des zweigeschossigen Nachkriegsbaus soll ein viergeschossiger Neubau mit ausgebautem Dachgeschoss zwischen den historischen Wohnhäusern an der Gottschalkstraße entstehen. Illustration:  Roes, Heusner, Nowak, Ohm/n

Kassel. Lückenschluss in der Nordstadt: Das Nachkriegsprovisorium an der Gottschalkstraße 36 soll durch einen viergeschossigen Neubau mit zurückgesetztem Dachgeschoss ersetzt werden.

Bauherr Süleyman Gül will eine Million Euro in das Projekt investieren und 25 bis 32 Wohnungen für Studenten schaffen. Im nächsten Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Wie der Platz zwischen den denkmalgeschützten Gründerzeithäusern rechts und links des Neubaus am besten genutzt wird und die Verbindung zwischen Alt und Neu gelingen kann, dazu haben Studierende am Fachbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung (ASL) der Kasseler Uni im Zuge eines Wettbewerbs Vorschläge gemacht. Bauherr Süleyman Gül, der den mit 1200 Euro dotierten Wettbewerb auslobte, will sich beim Bau an dem Siegerentwurf orientieren. Der zeichnet sich durch eine zeitgemäße Fassadengestaltung aus, passt sich aber perfekt in die bestehende Bebauung ein. Es gibt ein Vorder- und ein Hinterhaus, die durch eine Stahlkonstruktion samt Treppe miteinander verbunden sind. Die Wohnungen werden durch Laubengänge auf der Rückseite erschlossen. Diese bieten Raum, um mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Im Hinterhaus sind zwei Gemeinschaftswohnungen mit jeweils vier Schlafplätzen vorgesehen. Zum Angebot gehört auch eine Dachterrasse. Im Erdgeschoss des Vorderhauses soll ein Waschsalon einziehen, wie die zweite Ladenfläche genutzt wird, ist offen.

Unklar ist zudem, wie das Stellplatzproblem gelöst wird. Eine Tiefgarage wird es nicht geben. „Stellplätze sind schwer auf dem Grundstück unterzubringen“, sagt Prof. Alexander Eichenlaub (Fachgebiet Entwerfen im Bestand/Denkmalpflege), der den Wettbewerb organisiert hatte. Vielleicht könne sich der Bauherr mit Stellplätzen an einem Bauprojekt der Universität an der Holländischen Straße beteiligen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die künftigen Bewohner wie in einem autofreien Quartier auf ein Fahrzeug verzichteten. Die Nähe zur Uni, das Leihfahrradsystem Konrad und die Straßenbahn machten dies möglich. „Es gibt keine Notwendigkeit, sich ein Auto zu halten“, sagt Eichenlaub.

Süleyman Gül betreibt seit 20 Jahren ein Lokal gegenüber dem Kulturzentrum Schlachthof in der Nordstadt. Zu den Gästen seines Café Hurricane zählen vor allem Studenten der nahe gelegenen Universität, die sich großer Beliebtheit erfreut. 22 300 junge Menschen studieren in Kassel, der Wohnraum ist wegen des Ansturms knapp. Süleyman Gül will dazu beitragen, dass sich das ändert. „Es kommen fast jeden Tag fünf bis sechs Leute, die nach einer Wohnung fragen“, sagt der Gastronom.

Von Ellen Schwaab

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