Eichwald

Wohnstadt will in Kassel wachsen

Gediegene Architektur im öffentlich geförderten Wohnungsbau: Diese 1995 errichteten Häuser mit 45 Wohnungen am Umbachsweg hat die Wohnstadt jetzt vom Kasseler Büro Bieling Architekten übernommen. Foto:  Koch

Kassel. Nach Jahren der Unsicherheit über die Zukunft der Nassauischen Heimstätte / Wohnstadt Kassel will die größte hessische Wohnungsbaugesellschaft am Standort Kassel wachsen und investieren.

Als ersten Schritt meldet das Unternehmen den Kauf von 45 Wohnungen in fünf Gebäuden am Umbachsweg in der Bettenhäuser Eichwaldsiedlung.

Die Häuser gehörten bislang dem Kasseler Büro Bieling Architekten und haben nach Angaben der Wohnstadt zum 1. August den Eigentümer gewechselt. Die Mieter seien rechtzeitig zuvor informiert worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Über den Kaufpreis machten beide Partner keine Angaben.

Bei den Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen in den knapp 20 Jahre alten Gebäuden handelt es sich um öffentlich geförderten Wohnraum des gehobenen Standards. Die Mietpreisbindung von aktuell 4,75 Euro pro Quadratmeter gilt laut Wohnstadt noch bis Ende September 2015.

In Kassel besitzt das Unternehmen derzeit gut 5000 Wohnungen. Die Wohnstadt strebt weitere Zukäufe an und denkt zudem auch über Neubauprojekte nach – „wenn wir geeignete Grundstücke finden“, sagte Jürgen Bluhm, Leiter des für Nordhessen zuständigen Regionalcenters der Unternehmensgruppe.

Für den Kasseler Wohnungsmarkt sprach er von einer sehr dynamischen Entwicklung, die vor allem vom Zuzug jüngerer Neu-Einwohner getrieben werde. Bluhm äußerte sich überzeugt, dass sich dieser positive Trend noch verstärken werde.

Finanzieller Spielraum für Wachstum ist vorhanden: Nach einem Rekordergebnis 2012 und soliden Zahlen auch für 2013 (Jahresergebnis: 32.9 Millionen Euro) würden bei dem Wohnungsunternehmen inzwischen wieder deutliche Gewinne erzielt und seien auch mittelfristig zu erwarten, sagte kürzlich die Aufsichtsratsvorsitzende, Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Dies eröffne „neue Investitionsspielräume in Nordhessen“.

Und dies lenkt auch bei der in Frankfurt ansässigen Unternehmensspitze den Blick auf den boomenden Wohnungsmarkt in Kassel. Noch vor zwei Jahren hatte die damalige Geschäftsführung mit Blick auf Nord- und Osthessen von „schwierigen Märkten“ gesprochen, während die Wohnungsnachfrage „in Rhein-Main kaum zu befriedigen“ sei. Inzwischen hat sich offenbar die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sich in Nordhessens Metropole nicht mehr viel anders verhält.

Im Jahr 2005 hatte die Nassauische Heimstätte die Anteile des Landes Hessen an der Kasseler Wohnstadt übernommen und stieg damit in die Liga der zehn größten Wohnungsunternehmen Deutschlands auf.

In den Folgejahren gab es anhaltende Unruhe, nachdem die Landesregierung die Absicht bekannt gegeben hatte, ihren 54-Prozent-Anteil verkaufen zu wollen. Mieterverbände fürchteten, ein solcher Deal könnte in Form deutlich steigender Mieten zu Lasten der Bewohner gehen. Seit Mitte 2012 gelten die Verkaufsabsichten als hinfällig.

Von Axel Schwarz

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