Unternehmensgruppe sucht Grundstücke und Immobilien

Wohnstadt will wachsen: Hunderte Wohnungen sollen im Raum Kassel entstehen

Bis Frühjahr 2022 sollen alle Mieter einziehen: Am Felsenkeller im Fasanenhof baut die Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt vier Gebäude mit 71 Wohnungen. Bernd Peuster (links) und Jürgen Bluhm auf der Baustelle.
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Bis Frühjahr 2022 sollen alle Mieter einziehen: Am Felsenkeller im Fasanenhof baut die Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt vier Gebäude mit 71 Wohnungen. Bernd Peuster (links) und Jürgen Bluhm auf der Baustelle.

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt (NHW) will ihre Aktivitäten in Nordhessen intensivieren. Vor allem in Kassel soll der Bestand von aktuell 5000 Wohnungen erweitert werden.

Kassel - Für den Bereich Nord, der auch Mittel- und Osthessen umfasst, strebt die NHW pro Jahr 600 zusätzliche Wohnungen an. Dies solle durch Neubau, Zukauf von Wohnungsbeständen und Aufstockung geschehen, so Jürgen Bluhm, Leiter des Regionalcenters Kassel.

Zur Umsetzung des Ziels will das größte hessische Wohnungsunternehmen, das dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt gehört, auf Einkaufstour gehen. „Wir haben Interesse an freien Grundstücken und größeren Wohnungsbeständen ab 50 Wohneinheiten“, sagt Bernd Peuster, Leiter der NHW-Akquise in Nordhessen. Einfach werde der Zukauf wegen der hohen Nachfrage nach Immobilien aber nicht. Das Interesse der NHW erstrecke sich deshalb nicht allein auf Kassel, sondern auch auf den Landkreis Kassel.

Neben dem Zukauf und Neubau werde der Wohnungsbestand derzeit daraufhin überprüft, wo Aufstockungen und eine Innenentwicklung der Quartiere möglich seien, sagt Bluhm. In den 50er- und 60er-Jahren sei zum Teil noch sehr großzügig gebaut worden, sodass es Potenziale gebe. Dies gelte etwa für Gebäude an der Ahnatalstraße 23-25.

Zusätzlich zum Bau von Mietwohnungen, der Kerngeschäft bleibe, wolle die NHW als ergänzendes Geschäftsfeld ins Bauträgergeschäft einsteigen. So sollen in Kassel auch Eigentumswohnungen und Reihenhäuser gebaut werden, die verkauft werden sollen. Ein solches Projekt wird gerade für den Stadtteil Wolfsanger vorbereitet.

Der Wachstumskurs der NHW ist nicht allein auf Kassel und Nordhessen beschränkt. Hessenweit will die Unternehmensgruppe von aktuell 60 000 auf 75 000 Wohnungen wachsen.

Zudem hatte das Land im Dezember das Eigenkapital um 200 Millionen Euro erhöht. Mit dem Geld soll der Wohnungsbestand energetisch saniert werden.

Aktuelle Projekte

Felsenkeller: Am Felsenkeller im Stadtteil Fasanenhof baut die NHW derzeit vier Mehrfamilienhäuser mit 71 Wohnungen. Bis Frühjahr 2022 sollen alle Häuser bezogen werden können. 15,5 Millionen Euro werden investiert.

Martini-Quartier: Auf dem ehemaligen Brauerei-Areal an der Kölnischen Straße/ Ecke Uhlandstraße baut die NHW derzeit 60 Wohnungen – darunter auch Sozialwohnungen. 16 Millionen Euro investiert das Unternehmen.

Frankfurter Straße: Auf dem Areal des ehemaligen Versorgungsamtes sollen 350 Wohnungen entstehen – davon 30 Prozent Sozialwohnungen. Dafür sollen das Hochhaus und auch drei dahinter liegende Mietshäuser abgebrochen werden. Bis 2022 rechnet die NHW mit Baurecht. Zuvor will sich das Unternehmen noch mit den Bewohnern in den Mietshäusern über einen Auszug verständigen. Bei 28 von 36 Mietparteien sei das schon gelungen. Noch im April sollen die Entwürfe des Architektenwettbewerbs prämiert werden. 106 Millionen Euro stehen für das Projekt bereit.

Pfarrstraße: Die ehemalige Dr. Koch-Klinik in Bettenhausen hatte die NHW jüngst von den DRK-Kliniken erworben. Der Abriss ist für 2022 geplant. Es sollen bis Ende 2025 ungefähr 140 Wohnungen entstehen. Geplant ist dort Geschosswohnungsbau mit einem Anteil von 30 Prozent Sozialwohnungen.

Dessenborn: An der Straße im Stadtteil Wolfsanger will die NHW 40 bis 45 Eigentumswohnungen errichten. Das Grundstück ist schon länger im Eigentum des Unternehmens. Erste Planungen laufen. Die Realisierung soll etwa zwei Jahre dauern. (Bastian Ludwig)

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