15 Millionen sollen investiert werden

Wohnungen für Senioren geplant: Investor hat denkmalgeschütztes Hochhaus erworben

Das Kasseler Unternehmen First Invest Immobilien hat das Hochhaus an der Sophienstraße gekauft.
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Das Kasseler Unternehmen First Invest Immobilien hat das denkmalgeschützte Hochhaus an der Sophienstraße gekauft.

Kassels ältestes Hochhaus hat einen neuen Eigentümer. Die First Invest Immobilien Gesellschaft hat das denkmalgeschützte Wohnhaus an der Sophienstraße 1 von den Kommunalen Versorgungskassen Kurhessen-Waldeck (KVK) gekauft.

Kassel - Das Haus steht seit Sommer 2018 leer. Der Investor plant, in das stark sanierungsbedürftige Gebäude 15 Millionen Euro zu investieren. In zentraler Lage sollen so Wohnungen für Senioren entstehen. „Die Gespräche mit Denkmalschutzbehörde und Bauaufsicht der Stadt Kassel stehen allerdings noch ganz am Anfang“, sagt Manfred Baker, geschäftsführender Gesellschafter der First Invest. Deshalb könne man zur Umsetzung noch wenig Konkretes sagen. Die Stadt Kassel teilte auf Anfrage mit, man habe hohes Interesse, mit dem neuen Eigentümer in Gespräche über Nachnutzung und anstehende Umbaumaßnahmen einzutreten.

Auch die KVK hatten vor, das 1952 von Paul Bode gebaute Hochhaus zu sanieren, nachdem ein Abriss und ein anschließender Neubau von der Stadt Kassel abgelehnt worden waren. Das geplante Vorhaben scheiterte an den Vorgaben des Denkmalschutzes. Im vergangenen Jahr hatte sich Johannes Petek, Direktor der Kommunalen Versorgungskassen, noch optimistisch gezeigt, aber immer betont, dass eine Sanierung für die Versorgungskasse auch wirtschaftlich sein müsse.

„Wir sind 2020 auf das leer stehende Wohnhaus aufmerksam geworden“, sagt Manfred Baker. Zu dem Zeitpunkt habe es allerdings noch nicht zum Verkauf gestanden. Man sei in losem Kontakt mit den KVK geblieben. Weil die KVK ihr Konzept nicht haben umsetzen können, habe sich die Möglichkeit zum Kauf ergeben.

Manfred Baker

Dass das zehngeschossige Haus bereits leer steht, ist aus Sicht des Investors, der 2004 in Kassel gegründet wurde und bereits Sanierungsprojekte in Nordrhein-Westfalen und im Werra-Meißner-Kreis umgesetzt hat, ein großer Vorteil. „Wir könnten sofort beginnen“, so Baker.

First Invest plant nach eigenen Angaben eine seniorengerechte Optimierung der Wohnungsgrößen. So könnte eine Mietfläche von 2000 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Es gehe nicht in erster Linie um die maximale Ausnutzung der Fläche, sondern vor allem um eine zügige Umsetzung, so Baker. Zudem gibt es Überlegungen, dass im Erdgeschoss eine Tagespflege entstehen könnte. Nach der Sanierung sollen die Wohnungen vermietet werden.

Im Objekt befinden sich derzeit 51 Wohnungen. Zukünftig soll die Anzahl der Einheiten nach Vorstellung von First Invest reduziert werden, sodass 41 Wohnungen mit Größen von 37 bis 55 Quadratmetern entstehen. Der Investor ist in Gesprächen mit Betreibern aus dem Sozialbereich über eine Anmietung der Immobilie. Mehr könne man jedoch erst nach Abstimmung mit der Stadt Kassel mitteilen, so Baker.

Das Gebäude muss aufwendig saniert werden. Die größte Aufgabenstellung bestehe jedoch darin, die gesetzlichen Bestimmungen des Brandschutzes mit den Denkmalschutzauflagen in Einklang zu bringen, heißt es vom Unternehmen.

In einem zweiten Bauabschnitt könnte dann geprüft werden, ob eine Nachverdichtung des Grundstücks durch die Errichtung von zehn Neubau-Apartments möglich ist. (Kathrin Meyer)

Sanierung von Denkmälern

Anders als ein privater Investor können die Kommunalen Versorgungskassen Kurhessen-Waldeck (KVK) als öffentlich-rechtliche Einrichtung keine Steuervorteile aus der Sanierung eines denkmalgeschützten Objektes ziehen. Wenn eine Immobilie, die unter Denkmalschutz steht, vermietet wird, sieht der Gesetzgeber eine Abschreibungszeit von zwölf Jahren vor. So lassen sich über diesen Zeitraum 100 Prozent der Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Der Grund für diese großzügigen Steuervorteile ist, dass der Staat selbst kein Geld investieren muss, um die Denkmäler zu schützen.

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