2013 Höchststand seit Jahren

Bau von Wohnungen in Kassel hat sich verdoppelt

Kassel. Die steigende Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt hat in den vergangenen zwei Jahren in Kassel für einen Bauboom gesorgt. Wurden zwischen 2009 und 2011 jährlich um die 200 Wohnungen fertiggestellt, waren es 2012 schon 278 und im vergangenen Jahr sogar 490.

Aus Sicht des Kasseler Vorsitzenden des Immobilienverbandes Deutschland Mitte (IVD), Alexander Alter, reicht das steigende Angebot noch nicht aus, um die Nachfrage zu decken. „Es muss noch mehr passieren“, sagte Alter.

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Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) beurteilt die Situation anders. Im HNA-Gespräch sagte er, dass die Entwicklung des Wohnungsmarktes ausreiche, um den Bedarf zu befriedigen. Neben der fortschreitenden Verdichtung der Bebauung, die im Vorderen Westen bald an ihre Grenzen stoße, würden aktuell an die zehn Neubaugebiete entwickelt.

Sollten diese Flächen nach den bisherigen Plänen bebaut werden, könnten allein dort in den nächsten Jahren insgesamt etwa 600 Wohneinheiten entstehen. Eine Ursache für die steigende Bautätigkeit sei der Ausbau des studentischen Wohnens für die wachsende Uni, sagte Nolda. Aktuell liegt der Wohnungsbestand in Kassel bei 106 000.Der Mieterbund Nordhessen hatte zuletzt gefordert, dass vor allem bezahlbarer Wohnraum in Kassel entstehen müsse. Viele der jüngsten Bauprojekte, darunter etliche Stadtvillen, zielen allerdings auf zahlungskräftige Mieter oder Kaufinteressenten ab.

Stadtbaurat Nolda erklärte diesen Trend mit einem vergleichsweise niedrigen Mietniveau in Kassel. Damit sich Neubauten rentierten, müssten private Investoren mindestens acht Euro Miete pro Quadratmeter verlangen. Dazu müssten sie das passende Publikum ansprechen. Bezahlbare Wohnungen gebe es aber im Bestand. Er sei froh, dass die Wohnungsbaugesellschaften wieder etwas mehr auf Geschosswohnungsbau setzten.

Von Bastian Ludwig

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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