Investor stellt Nutzungspläne vor - Alte Mieter sollen bleiben

Bis zu 100 Wohnungen auf Salzmann-Areal?

Kassel. Eigentlich sollten die Stadtverordneten Anfang November über die Zukunft des Salzmann-Geländes entscheiden. Daraus wird nun nichts, denn noch liegt den Fraktionen das von Investor Dennis Rossing verlangte Konzept für die Nutzung des Areals nicht vor.

Rossings Architekt Hans-Uwe Schultze hat allerdings in einem Gespräch mit Oberbürgermeister Hilgen Eckpunkte für die Nutzung jener Flächen skizziert, die nicht von der Stadt angemietet werden sollen. Danach könne der Innenhof mit den nicht denkmalgeschützten Hallen in einer weiteren Stufe bebaut werden.

Auf der 5000 Quadratmeter großen Fläche könnten bis zu 100 Wohnungen entstehen. Der historische Gebäudeflügel sei bereits zu drei Viertel ausgelastet, wobei allerdings allein die Stadt bis zur Hälfte der insgesamt 22 000 Quadratmeter Mietfläche einnimmt. Die Kulturfabrik Salzmann soll ebenfalls dort bleiben. Neben den vorhandenen Mietern - Dienstleistern, Produktionsfirmen und dem Freien Radio - sollen weitere Unternehmen angesiedelt werden. Eine Anfrage gibt es laut Schultze für einen öffentlichen Kantinenbetrieb mit Außenbereich, der 1000 Quadratmeter einnehmen könnte. Interesse habe auch ein Unternehmen aus dem historischen Automobilbereich bekundet.

Namen nennt Schultze nicht. Ebenso wenig äußert er sich zu den Kosten. Bislang waren 21 Mio. Euro für Umbau und Sanierung im Gespräch. Die Wirtschaftlichkeit sei gegeben, sagt der Planer. Noch in diesem Jahr müssen die Förderanträge für das Salzmann-Gelände gestellt werden, sonst verfällt der eingeplante EU-Zuschuss von 2,5 Millionen Euro für Rossing. Das Land, das über die Vergabe der Summe entscheidet, hatte die Frist bereits verlängert. Jetzt gibt es noch einmal Zuschlag: Bis zum Jahresende müssen die Stadtverordneten entscheiden, ob Flächen für Ämter gemietet werden.

Von Ellen Schwaab und Uli Hagemeier

Salzmann taugt für Ämter

Stadt: Industriedenkmal könnte als Behördenzentrum genutzt werden

In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, ob die Stadt mit eigenen Ämtern Hauptmieter des Salzmann-Gebäudes von Dennis Rossing wird. Stimmen die Stadtverordneten dem vor allem von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) vorangetriebenen Plan bis zum Jahresende zu, kann Rossing 2,5 Millionen Euro Zuschuss von der EU bekommen. Dann müsste ab dem kommenden Jahr gebaut und bis 2014 abgerechnet werden. Welche städtischen Ämter in das Industriedenkmal ziehen sollen, wird der Magistrat am 7. November entscheiden. Hilgen favorisiert ein technisches Rathaus mit den Ämtern des Baudezernats. Das letzte Wort haben jetzt die Stadtverordneten im Dezember.

Die Frage der Salzmann-Nutzung war auch ein Streitpunkt bei den Kooperationsverhandlungen zwischen SPD und Grünen nach der Kommunalwahl im Frühjahr. Vereinbart wurde, dass Rossing ein überzeugendes Nutzungs- und Belegungskonzept für die Flächen vorlegt, die nicht von der Stadt angemietet werden. Die Nutzung muss einen Gewinn für den Stadtteil bringen - so steht es in der rot-grünen Kooperationsvereinbarung. Aus Sicht von Rossing-Architekt Hans-Uwe Schultze ist das gelungen. „Wir haben alles zur Umsetzung des politischen Kooperationsbeschlusses unternommen“, sagt er. „Der Nutzungsmix ist gegeben. Die Aufwertung des Kasseler Ostens ist Programm.“

Das Konzept umfasse nicht nur den denkmalgeschützten Teil, sondern das gesamte Areal sowie die städtebauliche Entwicklung im Umfeld. Im Stadtplanungsamt werden die Baupläne zurzeit geprüft. Laut Amtsleiter Heinz Spangenberg müssen unter anderem noch Fragen des Brandschutzes im gesamten Gebäude und die Bewältigung des Publikumsverkehrs geklärt werden. Ansonsten erfülle das Konzept die Erwartungen. „Alle Anforderungen sind aufgearbeitet worden“, sagt Spangenberg. Das Gebäude könne als Dienstleistungs- und Behördenzentrum genutzt werden. Die Nutzungsideen von Rossing und Schultze liegen den Parteien nicht schriftlich vor.

Der Plan, auf dem Areal Wohnungen zu errichten, wurde kürzlich bei einer Stadtteilbegehung in Bettenhausen mit OB Hilgen angesprochen. Im Büro Hilgens wird jetzt auch eine Vorlage für Magistrat und Stadtverordnete vorbereitet - darin werden die Planungen für das Salzmann-Gelände zusammengefasst und den Kommunalpolitikern zur Abstimmung vorgelegt.

Mehr zu diesem Thema in der Samstagsausgabe der Hessischen Allgemeinen in Kassel

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