56-jähriger Jurist ist jetzt der Chef

Wolf Winter ist neuer Präsident des Amtsgerichts Kassel

Überreichte dem neuen Präsidenten des Amtsgerichts Kassel, Wolf Winter, am Silvestertag die Ernennungsurkunde: Justizministerin Eva Kühne-Hörmann. Foto: Schachtschneider

Kassel. Das Amtsgericht Kassel hat einen neuen Präsidenten. Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ernannte Wolf Winter am Silvestertag zum neuen Chef der Einrichtung.

Der 56-jährige Jurist war zuletzt Vizepräsident des Landgerichts Kassel. Der gebürtige Wolfsburger wuchs in Kassel auf und legte sein Abitur am Wilhelmsgymnasium ab. Das Studium der Rechtswissenschaften absolvierte er in Göttingen und Gießen. Winter ist Vater eines erwachsenen Sohnes.

Kühne-Hörmann bezeichnete ihn als „erfahrenen Richter mit Herzblut“, der schon als Vizepräsident des Landgerichts Kassel erfolgreich gewesen sei. Er kenne Nordhessen außerordentlich gut – auch aus seinen früheren Tätigkeiten an mehreren Gerichten in der Region. Das Amtsgericht Kassel ist mit 550 Beschäftigten das zweitgrößte seiner Art in Hessen. Es ist für die Stadt und Teile des Landkreises Kassel zuständig.

Winter folgt auf Erich Fischer, der vor 15 Monaten bereits ans Landgericht Fulda gewechselt war. Seither führte Elisabeth Kraß-Köhler die Justizbehörde kommissarisch.

Der neue Chef gilt als erfahrener Jurist, der praktisch in allen Bereichen der hessischen Gerichtsbarkeit tätig war, Land, Leute und Kollegen kennt. Nach seiner ersten Staatsprüfung begann er 1987 seinen juristischen Vorbereitungsdienst am Landgericht Kassel. 1990 legte er die zweite Staatsprüfung ab und wurde ein Jahr später Richter auf Probe am Landgericht Kassel sowie an den Amtsgerichten Eschwege, Wolfhagen, Rotenburg und Kassel.

1994 wurde er zum Richter am Amtsgericht Kassel ernannt. Von 1995 bis 2000 lehrte er im Rahmen einer Abordnung an der Verwaltungsfachhochschule Rotenburg im Fachbereich Rechtspflege. Danach war er Direktor des Amtsgerichts Bad Wildungen und im Amtsgericht Korbach tätig. Mitte 2002 ging er nach Biedenkopf und wurde zwei Jahre darauf Direktor des dortigen Amtsgerichts. 2009 wurde er zum Vizepräsidenten des Landgerichts Marburg ernannt, drei Jahre später wechselte er auf die gleiche Position am Landgericht Kassel, wo er zuletzt Vorsitzender der 3. großen Strafkammer (Wirtschaft) und Vorsitzender der Strafvollstreckungskammern war, die über Entlassung von Lebenslänglichen und Sicherheitsverwahrten entscheiden. Diese Tätigkeit gehört zu den sensibelsten Bereichen der Gerichtsbarkeit überhaupt.

Auch in seiner neuen Leitungsfunktion will Winter weiter richterlich tätig sein. 30 Prozent seiner Arbeitszeit will er der Rechtsprechung widmen, „um im Geschäft zu bleiben und die Stimmung in den Gerichtssälen zu kennen“, wie er sagt. In seiner Freizeit ist der Jurist gern an der frischen Luft. Entspannung findet er auf Radtouren und beim Wandern – vor allem im Reinhardswald. „Den liebe ich“, verrät Winter.

Von José Pinto

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