Ausbau des Radfernwegs R1: 154 Bäume müssen weichen

So dick sind nur wenige der Bäume, die weg müssen: Manuel Wimmel (links) und Niels Klahold sägen mit ihren Kollegen an der Fulda gegenüber von Spiekershausen die Trasse für den Ausbau des Fernradweges frei. Foto:  Schwarz

Kassel. An der Fulda außerhalb von Wolfsanger fallen etliche Bäume: Seit Anfang wird der Ausbau des Fulda-Radwegs R1 vorzubereiten.

Das fünf Kilometer lange Teilstück zwischen dem Landhaus Meister und der Stadtgrenze gegenüber von Spiekershausen ist unbefestigt, eng und nach Regengüssen voller Schlammlöcher. Ab Mitte März soll der Abschnitt der viel befahrenen Radtouristikroute nun asphaltiert und verbreitert werden.

Bevor die Straßenbauer anrücken können, lichten die Baum-Experten nun zunächst mit Motorsägen und Kran-Greifarmen den Uferbewuchs aus. Insgesamt 154 Gehölze - zumeist junge Bäume - müssen nach Angaben von Niels Klahold, Chef der Vellmarer Forstwirtschaftsfirma, aus dem Weg. „Ein Drittel davon hätte bei turnusmäßigen Verkehrssicherungsarbeiten ohnehin gefällt werden müssen“, sagte er vor Ort.

Trasse wird drei Meter breit 

Auch etwa 15 richtig dicke, alte Stämme müssen weichen; zumeist im Bereich des Hochufers nördlich des Ausflugslokals „Graue Katze“, wo der Weg besonders schmal ist. Auf durchgängig drei Meter Breite soll der Fulda-Radweg ausgebaut werden. „Für die Baustelle werden wir dann noch etwas mehr Breite brauchen“, sagte Berthold Pfalzgraf, der das Projekt beim städtischen Straßenverkehrs- und Tiefbauamt betreut.

Jedes Jahr sind etwa 30.000 Radtouristen auf dem idyllischen Streckenabschnitt am Fluss unterwegs. Hinzu kommen Naherholungs-Ausflügler aus Kassel, die vor allem die „Graue Katze“ ansteuern. Pfalzgraf, der im Stadtteil Wolfsanger wohnt, hat das rege Treiben auf dem R1 in der warmen Jahreszeit ständig vor Augen: „Dort sind zu allen Tageszeiten Fahrradwanderer mit Gepäck unterwegs.“

Nach dem Ausbau soll der R1 auch auf diesem Kasseler Abschnitt seiner Klassifizierung als Premium-Radweg gerecht werden und außerdem auch für Wanderer und Spaziergänger besser nutzbar sein. Neben der Asphaltierung sind leichte Korrekturen der Wegführung im Bereich der „Grauen Katze“ vorgesehen. Durch den Umbau der Treppe von der Straßenbahn-Endhaltestelle an der Fuldatalstraße zum Radweg wird ein Engpass beseitigt, und die Böschungen im Steiluferbereich weiter nördlich sollen mit Steinkörben befestigt werden. Der Ausbau des R1 wird nach Angaben der Stadt insgesamt rund zwei Millionen Euro kosten. Davon kommen 1,35 Mio. Euro als Förderung vom Land Hessen.

Die vorbereitenden Baumfällarbeiten sollen noch bis Ende kommender Woche laufen. Die Eingriffe in Natur und Landschaft würden durch umfangreiche bauliche Maßnahmen für den Amphibien- und Eidechsenschutz ausgeglichen, hieß es aus dem Rathaus.

Während der Ausbauarbeiten von März bis Ende Oktober wird die Landesstraße zwischen Wolfsanger und der B3 bei Simmershausen für den Auto-Durchgangsverkehr gesperrt und nur für Anlieger freigegeben. Die Straße soll vorläufig als Radweg-Umleitung den Nutzern des R1 vorbehalten sein, damit diese nicht vom Fahrzeugverkehr gefährdet werden. Autofahrer müssen ein gutes halbes Jahr lang den Weg über Ihringshausen nehmen. „Der ist kilometermäßig sogar etwas kürzer“, sagte Bauleiter Pfalzgraf.

Von Axel Schwarz

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