Frühere Sporthalle Campus: Eigentümer hat Abrissarbeiten vorläufig eingestellt

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Für Anwohner ein Ärgernis: Auf dem Grundstück der früheren Sporthalle Campus tut sich seit dem Frühjahr nichts mehr. Bauschuttreste, Betonmauern und -fundamente wurden bei den Abrissarbeiten nicht beseitigt. Wann das Gelände bebaut wird, ist unklar.

Wolfsanger. Roher Beton, Bauschuttreste und Regenwassertümpel - das Gelände der abgerissenen Sporthalle Campus in Wolfsanger bietet keinen ansehnlichen Anblick. Die Hamburger Firma, der das Gelände gehört, macht sei Frühjahr keine Anstalten, die verbliebenen Gebäudereste zu beseitigen.

Während das Unternehmen auf HNA-Anfragen nicht reagiert, ärgern sich Anwohner und Stadtteilvertreter, dass es nicht weitergeht und dass die Zukunft des zentralen Geländes im Neubaugebiet Richtung Hasenhecke bis auf weiteres unklar bleibt.

Offenbar wartet die Firma zunächst ab, bis die Stadt Baurecht für Wohnhäuser geschaffen hat, um das knapp zwei Hektar große Grundstück für diesen Zweck vermarkten zu können. Selber bauen will die I. Schröder KG dort nicht, wie sie wiederholt erklärt hat.

Eine Änderung des Bebauungsplans ist zwar schon angestoßen (siehe Hintergrund), kann sich aber noch geraume Zeit hinziehen. Und dann muss erst einmal ein Investor benannt werden, seine eigenen Planungen entwickeln und von der Bauaufsicht genehmigen lassen. Der Stadtverordnete Stefan Kortmann (CDU) aus Wolfsanger hat kein Verständnis für die anhaltende Untätigkeit der Eigentümer: „Wenn die eine Abrissgenehmigung erhalten haben, müssen sie auch sehen, dass sie das vollenden“, findet er.

Jan Uhlenbrock

Kortmann hatte in der jüngsten Stadtverordnetensitzung eine Anfrage gestellt, was die Stadt gegen den Stillstand auf dem Gelände zu tun gedenke. Die Antwort von Stadtbaurat Christof Nolda: Es sei allein Sache des Grundstückseigentümers, was derzeit dort passiere oder nicht. Die Stadt sehe aktuell keinen Anlass, sich einzuschalten.

Anwohner entlang der Straßen Schmaler Weg und Dessenborn, die an das Baugrundstück angrenzen, äußerten gegenüber der HNA Kritik. Ihre Befürchtung: Wenn im Kern des Neubauviertels eine verdichtete Wohnanlage entstehe, würde dies den Charakter der Siedlung deutlich verändern, die bisher überwiegend von Einfamilienhäusern geprägt ist.

„Wenn eine Wohnanlage entsteht, dann aber bitte keine mit hohen Gebäuden, die unseren Blick verbauen“, sagte am Freitag Jan Uhlenbrock (44), der am Schmalen Weg wohnt.

Seine Nachbarin Sabrina Lötzerich (25) teilt diese Befürchtung und ergänzt, ein Ärgernis seien die halbfertigen Straßen um das Gelände herum. „Wir leben auf einer ständigen Baustelle. Es fehlen Gehwege und eine Straßenbeleuchtung.“

Ron Krebs (37) wohnt am Dessenborn und fordert mit Blick auf das künftige Baugrundstück: ,,Dort müssen Einfamilienhäuser entstehen. Große Häuser zerstören den Charakter der ganzen Siedlung. Es fehlt zudem an Spielplätzen in unserem Wohnquartier.“

Von Axel Schwarz  und Jesko Giessen

Hintergrund: In Vorbereitung

Eine breite Mehrheit der Stadtverordneten brachte Mitte September das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans für das Campus-Grundstück in Wolfsanger auf den Weg. Seit 1982 ist das Gelände einer Nutzung für Freizeit und Sport gewidmet, der künftige Bebauungsplan soll das Entstehen von Wohnhäusern möglich machen. Wegen der zentralen Lage im Neubaugebiet zwischen Wolfsanger und Hasenhecke werde dies als „städtebaulich sinnvoll erachtet“, heißt es in der Magistratsvorlage für die Beratung in den städtischen Gremien. Vorgesehen auf dem Areal seien „unterschiedliche Wohn- und Bauformen vom Mehrfamilien- bis zum Reihenhaus in einer der Umgebung angepassten Dichte und Höhe“. (asz)

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