Pläne für früheres Sportpark-Gelände

„Klötze“ stoßen auf Kritik: Neue Varianten für Wohnbebauung am Triftweg

+
So könnte es werden: Eine neue Planungsvariante, die das Kasseler Büro für Architektur und Stadtplanung (BAS) jetzt im Ortsbeirat vorstellte. Teilweise wurden auf den Skizzen die Geschosshöhen der geplanten Mehrfamilien- und Reihenhäuser reduziert.

Unmut gibt es in Wolfsanger über die Pläne eines Hamburger Investors, das Grundstück des abgerissenen Sportparks Campus mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern zu bebauen.

Im Ortsbeirat wurden dafür jetzt weitere, leicht geänderte Planungsvarianten vorgestellt. Auch zu diesen hieß es: zu dicht, zu unpassend für die umliegende Bebauung, zu viel zusätzlicher Verkehr – und man wünsche sich statt einer Wohnanlage eher eine Schul- und Vereinssporthalle.

Nach der Kritik am ersten Entwurf hatte das vom Investor beauftragte Kasseler Planungsbüro BAS nachgebessert: Architekt Holger Möller zeigte Skizzen, bei denen die Gebäude etwas lockerer angeordnet und in Teilbereichen um ein Geschoss in der Höhe vermindert wurden. Dennoch, so Möller, wäre die Planung für das 18.000-Quadratmeter-Gelände auf immer noch rund 90 Wohneinheiten ausgelegt.

Stefan Kortmann

Dazu gab es allerlei Fragen von den Fraktionen und Bedenken von Anwohnern. Bestimmt wurde die Debatteaber von fundamentaler Kritik des CDU-Stadtverordneten Stefan Kortmann, der dem Gremium mit beratender Stimme beigeordnet ist: Er sehe auf den neuen Skizzen „nach wie vor nur Klötze“ und er befürchte einen „Ghettocharakter“ – dafür gab es mehrere Ordnungsrufe von Ortsvorsteher Alfred Langner (SPD).

Für das Vorhaben müsste die Stadt zunächst den Bebauungsplan ändern – seit 1982 ist das Campusgelände darin der Sport- und Freizeitnutzung gewidmet. Kortmann forderte unter Zustimmung von Stadtteilvertreter Bernd Häfner, die Stadt solle dem Investor so lange eine Umwidmung des B-Plans verweigern, wie den Vorstellungen örtlicher Politiker nicht nachgekommen werde.

Stadtbaurat Christof Nolda nahm an der Sitzung teil und mühte sich, diese Vorstellung geradezurücken. Es sei keineswegs Aufgabe städtischer Baupolitik, das legitime „Entwicklungsinteresse“ eines privaten Grundstückseigentümers zu blockieren. Zudem sei es prinzipiell gewollt, dass solche Akteure in Kassel Wohnraum schaffen und dabei mit Grundflächen ökonomisch umgehen.

Christof Nolda

Eine Absage erteilte Nolda auch der Idee, die Stadt könne durch eine planungsrechtliche Blockadehaltung den Eigentümer dazu bringen, das für ihn uninteressant gewordene Areal zu veräußern, sodass es von anderen anders bebaut werde: Auch jeder sonstige Bauherr müsse sich an die Festlegungen im Bebauungsplan halten. Dessen Umwidmung zu Wohnbauzwecken könne die Stadt nicht grundsätzlich verweigern und wolle dies auch nicht.

Architekt Möller sagte dazu, er glaube nicht, dass sich die Hamburger Grundstücksgesellschaft Humbert unter Druck setzen lassen werde. Es wäre für den Investor „kein Horrorszenario, wenn sich hier für lange Zeit nichts tut“.

Für Stadtteilvertreterin Ilona Börner (SPD) ist das Anlass zu Befürchtungen: Sie sehe „die Gefahr, dass wir dort auf viele Jahre einen Schandfleck haben werden“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.