2014 soll alles fertig sein

Neues Bauwerk an der Kläranlage: Faulturm entsteht ab Juli

Baustart im Juli: Bald geht es mit dem Bau eines neuen Faulturms im Bereich des Klärwerksgeländes an der Gartenstraße los. Archivfoto: Koch

Wesertor/Wolfsanger/Hasenhecke. Kassel-Wasser, so der neue Name des früheren Kasseler Entwässerungsbetriebs KEB, will noch im Juli mit dem Bau eines neuen Faulturms im Bereich des Klärwerksgeländes an der Gartenstraße beginnen.

Warum das erforderlich ist, und wie der Faulturm funktioniert, das erläuterte Bau- und Projektleiter Harald Jordan von Kassel-Wasser den Ortsbeiräten Wolfsanger / Hasenhecke und Wesertor während einer gemeinsamen Sitzung. Derzeit gibt es vier Faultürme, die 1959 und 1980 errichtet wurden. Der neue Faulturm soll die beiden älteren Türme mit jeweils 5000 Kubikmeter Volumen ersetzen. Sie seien nicht mehr funktionstüchtig. Die beiden alten Behälter werden nicht abgerissen und sollen als Wärmespeicher für Überschussprozesswärme zur Unterstützung des Heizens genutzt werden. Der geplante neue Faulturm soll sich in Form und Farbe den beiden verbleibenden, jeweils 7500 Kubikmeter fassenden Türmen anpassen.

Energie aus Klärschlamm

In den 40 Meter hohen eiförmigen Bauwerken produzieren Bakterien bei einer Temperatur von 37 Grad Celsius jährlich 3,50 Millionen Kubikmeter Methangas. Damit können Strom und Wärme erzeugt werden.

Mit dieser Energie wird außerdem der stabilisierte Nassschlamm von 360 000 Tonnen jährlich auf ein Gewicht von 4500 Tonnen getrocknet und als Heizmaterial in der Zementindustrie verwendet.

Der neue Faulturm wird aus Spannbeton gebaut und erhält eine Spezialbeschichtung. Das Gesamtgewicht des gefüllten Bauwerks wird 17 800 Tonnen betragen.

Außerdem wird noch ein Technikgebäude mit einem umbauten Raum von 2750 Kubikmetern errichtet. Geplant sind ein 45 Meter langer begehbarer Bereich für Rohrleitungen und Kabel sowie ein 40 Meter hoher Treppen- und Fahrstuhlturm. Der Treppenturm wird in Gleitschaltechnik errichtet, was die Bauzeit verkürzt: Er soll innerhalb einer Woche in seinen Wandteilen hochgezogen werden.

Für die bis zu zwölf Meter tiefe Baugrube werden 10 000 Kubikmeter Boden ausgehoben. Das braucht eine besondere Absicherung. Insgesamt 5000 Kubikmeter Stahlbeton und 550 Tonnen Betonstahl werden für den Bau benötigt. Die Arbeiten sollen 2014 abgeschlossen sein. Die Kosten betragen eine Million Euro.

Auf Nachfrage erklärte Jordan, es werde keine zusätzliche Geruchsbelästigung und keine höheren Gebühren geben. Die Anwohner müssten sich auf Nachtarbeit, aber keinen störenden Baustellenverkehr einstellen. Der Uferradweg bleibe unberührt. (pom)

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