Fünf Listen stellen sich zur Wahl

Ortsbeiratswahl in Wolfsanger-Hasenhecke: Wir stellen die Kandidaten, Listen und Themen vor

Was passiert mit der Ernst-Freudenthal-Halle? Die Halle wird von Grundschülern in Wolfsanger-Hasenhecke für den Sportunterricht sowie von Vereinen genutzt. Nun könnte sie erweitert werden.
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Was passiert mit der Ernst-Freudenthal-Halle? Die Halle wird von Grundschülern in Wolfsanger-Hasenhecke für den Sportunterricht sowie von Vereinen genutzt. Nun könnte sie erweitert werden.

Bei den Kommunalwahlen am 14. März wird auch über die Ortsbeiräte entschieden. Wir stellen Kandidaten und Themen in den 23 Kasseler Stadtteilen vor. Diesmal: Wolfsanger-Hasenhecke.

Wolfsanger-Hasenhecke – Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass sich in Wolfsanger-Hasenhecke einiges getan hat in den vergangenen Jahren: Der Wolfsgraben, neben der Fuldatalstraße die zentrale Verbindung des Stadtteils im Nordosten Kassels, wurde aufwendig saniert. Der Sportplatz hat einen Kunstrasen und eine Flutlichtanlage erhalten. Und es gibt jetzt auch ein modernes Feuerwehrhaus. Zugleich hat der letzte Bäcker dichtgemacht.

Der 7100-Einwohner-Stadtteil, zu dem auch die ehemalige Kasernenanlage Hasenhecke gehört, ist beliebt wegen seines dörflichen Charakters und der Nähe zur Fulda. Trotzdem ist es zur Innenstadt nicht weit.

Darum soll ein weiteres Neubaugebiet entstehen. Zugleich muss eine Lösung für die Grundschüler gefunden werden, die keine eigene Sporthalle haben. Bislang müssen sie für den Sportunterricht in die Ernst-Freudenthal-Halle ausweichen. Die könnte nun auch für Vereine ausgebaut werden. Zugleich wird der Ruf nach einer eigenen Schulsporthalle lauter.

Das sind die wichtigsten Forderungen der Parteien:

CDU

  • Fertigstellung des Ausbaus des Neubaugebiets. Ein Neubaugebiet, das seit Jahren keinen Bürgersteig hat, „geht einfach nicht“, findet Spitzenkandidat Holger Augustin.
  • Eine Lösung für die fehlende Schulsporthalle. Die, die bislang genutzt wird, ist laut Augustin „maximal ein Gymnastikraum“.
  • Mehr Gespräche mit dem Einzelhandel im Stadtteil. Die Menschen in Wolfsanger sollen die Möglichkeit zur Versorgung haben.
  • Eingezäunte Auslauffläche für Hunde an der Fulda, damit es nicht mehr zu Konflikten zwischen Hundehaltern, Radfahrern und Spaziergängern kommt.

Grüne

  • Schaffung eines Generationentreffpunkts, da es nach der Schließung des letzten Bäckers keinen richtigen Treffpunkt mehr im Stadtteil gibt, wie die Spitzenkandidatin Fleur Lüthje sagt.
  • Turnhalle für die Grundschule Wolfsanger-Hasenhecke, denn bislang müssen die Schüler für den Sportunterricht zur Ernst-Freudenthal-Halle gehen.
  • Fußgänger- und Fahrradbrücke nach Niestetal, mit der beide Seiten der Fulda miteinander verbunden würden. Könnte nach Meinung von Lüthje auf der Höhe der Kurve des Radwegs am Landhaus Meister realisiert werden.
  • Renaturierung der Obstwiesen im Bossental.

SPD

  • Baldige Entwicklung des Neubaugebiets Wolfsanger-Nord. Eigenheimbau für junge Familien nach sozialen Kriterien, bezahlbare Mietwohnungen. „Wir wollen ein gehöriges Wörtchen mitreden, damit nicht nur Stadtvillen entstehen“, sagt Ortsvorsteher und SPD-Spitzenkandidat Helmuth Brehm.
  • Verbesserung des innerörtlichen ÖPNV-Angebots, zweite Straßenbahnanbindung für Neubaugebiete.
  • Bau einer Schulsporthalle, Erweiterung der Ernst-Freudenthal-Halle für Vereinszwecke und als Stadtteiltreff.
  • Baldige Bebauung des Campus-Areals, Ausbau des Triftwegs.

FDP

  • Modernisierung der Spielplätze in Wolfsanger-Hasenhecke, Beleuchtung für den Spielplatz in der Straße Im Bodden.
  • Machbarkeitsstudie einer Fuß- und Radwegbrücke über die Fulda mit Anbindung an die Straßenbahnendhaltestelle Wolfsanger.
  • Zügige Planung des Neubaugebietes Wolfsanger-Nord mit sozialer Vergaberichtlinie der Bauplätze.
  • Erstellung eines bedarfsorientierten Mobilitätskonzeptes, Verbesserung des ÖPNV-Angebots.

Freie Wähler

  • Bessere Anbindung der Straßenbahnlinie an die Innenstadt ohne zusätzliches Umsteigen. Durch die derzeitige Linienführung der KVG-Busse ist das Neubaugebiet nicht mit eingebunden. Generell ist die Anbindung durch den ÖPNV im Wohngebiet eher schlecht, findet Spitzenkandidat Markus Broch.
  • Weitere Sanierung des Grenzwegs und Ausbau von sicheren Rad- und Fußwegen.
  • Sanierung und Erweiterung der Ernst-Freudenthal-Halle, da Räume zur Begegnung fehlen.
  • Da in den vergangenen Jahren einige handwerkliche Versorgungsbetriebe verloren gegangen sind, soll laut Broch „vieles, was das Leben und den Meinungsaustausch ausmacht, verbessert werden“.

(Matthias Lohr)

Stadtteilkarte von Wolfsanger-Hasenhecke

Die Kandidaten

Polizist und Stadtverordneter

Holger Augustin, CDU

Holger Augustin stammt aus Kassel und lebt seit 1986 in Wolfsanger. Der 53-Jährige ist seit 35 Jahren Polizeibeamter und derzeit Dienstgruppenleiter bei der Baunataler Polizeiautobahnstation. Augustin ist verheiratet und auch CDU-Stadtverordneter.

Geschäftsleiterin eines Kita-Betreibers

Fleur Lüthje, Grüne

Fleur Lüthje stammt aus Hamburg und lebt seit 13 Jahren in Kassel – seit zehn Jahren mit Mann und zwei Kindern in Wolfsanger. Die 44-Jährige verantwortet bei einem bundesweit tätigen Kita-Betreiber als Geschäftsleitung die Unternehmensentwicklung.

Ortsvorsteher und Bestatter

Helmuth Brehm, SPD

Helmuth Brehm wurde am 5. März vor 72 Jahren in Wolfsanger geboren und ist selbstständiger Tischlermeister und Bestatter. Im Ortsbeirat ist er seit 2001. Vor fünf Jahren wurde der Vater von drei Kindern und Großvater von fünf Enkeln Ortsvorsteher.

Studierter Politikwissenschaftler

Matthias Weber, FDP

Matthias Weber wurde in Fritzlar geboren und studierte in Kassel Politikwissenschaften. Nach Stationen in Freiburg und Stuttgart lebt der 35-Jährige, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Wolfsanger.

Dachdecker und Familienvater

Markus Broch, Freie Wähler

Markus Broch ist 38 Jahre alt und arbeitet als Dachdeckermeister bei der Kasseler Firma H. Rudolph. Der gebürtige Kasseler ist vor 16 Jahren nach Wolfsanger-Hasenhecke gezogen, wo er heute mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt.

Die Listen

CDU (Liste 1)

  • Holger Augustin, Polizeibeamter, Jahrgang 1967
  • Stefan Kortmann, Rentner, Jahrgang 1957
  • Michaela Reuter, Verwaltungsangestellte, Jahrgang 1986
  • Axel Homann-Reuter, Angestellter, Jahrgang 1959
  • Dörte Alex, Rentnerin, Jahrgang 1944
  • Nils Kortmann, Verwaltungsfachangestellter, Jahrgang 1997
  • Günther Noetzel, Pensionär, Jahrgang 1949
  • Frank Appel, Rentner, Jahrgang 1953
  • Annelore Noetzel, Rentnerin, Jahrgang 1951
  • Aloysius Zumbrägel, Rentner, Jahrgang 1938

Grüne (Liste 2)

  • Fleur Lüthje, Angestellte, Jahrgang 1976
  • Thomas Flügge, Angestellter, Jahrgang 1975
  • Angela Nolda, Hausfrau, Jahrgang 1962
  • Wilfried Hartmann, E-Techniker, Jahrgang 1950

SPD (Liste 3)

  • Helmuth Brehm, Schreinermeister, Jahrgang 1949
  • Ilona Börner, Lehrerin i.R., Jahrgang 1953
  • Herbert Meixner, Pensionär, Jahrgang 1947
  • Talha Edeer, Politikwissenschaftler, Jahrgang 1987
  • Joachim Meister, Gastronom, Jahrgang 1975
  • Astrid Rölke, Dozentin, Jahrgang 1953
  • Lisa Dollinger, Studentin, Jahrgang 1996
  • Berthold Reeser, Industriemechaniker, Jahrgang 1953
  • Peter Charles, Rentner, Jahrgang 1952
  • Helga Wurbs, Rentnerin, Jahrgang 1941
  • Dr. Uwe Reher, Pensionär, Jahrgang 1948
  • Eberhard Bücking, Rentner, Jahrgang 1946

FDP (Liste 5)

  • Matthias Weber, Wiss. Mitarbeiter, Jahrgang 1985
  • Dirk van der Werf, Gastronom, Jahrgang 1970

Freie Wähler (Liste 7)

  • Markus Broch, Dachdeckermeister, Jahrgang 1982
  • Sebastian Usdowski, Richter, Jahrgang 1972
  • Stefan Nedwed, Angestellter, Jahrgang 1967
  • Miriam Paare, Kauffrau, Jahrgang 1996

AfD (Liste 4) und Linke (Liste 6) treten nicht an.

Wolfsanger und Hasenhecke in Zahlen

  • Einwohner: 7101
  • Einwohner mit Migrationshintergrund: 2392
  • Durchschnittsalter: 45,6
  • Differenz der Zu- und Fortzüge: minus 29
  • Haushalte: 3562
  • Personen je Haushalt: 1,99
  • Alleinerziehende: 24,3 %
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 2644
  • Arbeitslosenquote: 4,7 %
  • Leistungsempfänger: 9,1 %
  • Private Autos je 1000 Einwohner: 506,3

Quelle: Aktuellste Angaben aus dem Statistik-Atlas der Stadt Kassel

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