Ärger wegen Schleichverkehr

Protest gegen Raser rund um Baustelle Wolfsgraben in Kassel

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Viel Verkehr in der sonst eher ruhigen Wolfsangerstraße: Anwohner klagen über Autofahrer, die zu schnell auf der Umleitungsstrecke unterwegs sind und so Fußgänger gefährden. 

Autofahrer, die weder auf die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung, noch auf Einbahnstraßen oder gar Kinder achten sorgen derzeit für Ärger unter Anwohnern in Wolfsanger.

Betroffen sind all jene, die im Viertel rund um die Baustelle Wolfsgraben/Höheweg/Grenzweg leben.

„Die Autofahrer nehmen den kürzesten Weg, um so schnell wie möglich hier durchzukommen“, sagt Bernd Tappenbeck. Von seinem Wohnhaus aus könne der dreifache Familienvater den Rinnbornweg sowie den Hörnebachweg überblicken. 

Täglich beobachte er, wie Autofahrer nicht nur schneller als die vorgeschriebenen 30 km/h unterwegs sind, sondern auch, wie sie in entgegengesetzter Richtung durch die Einbahnstraßen rasen.

Problem wurde durch die Bauarbeiten verstärkt. 

Das Problem bestehe seit Jahren, durch die Bauarbeiten sei es aber verstärkt worden, sagt Tappenbeck. „Auf diesen Wegen hier sind sehr viele Kinder unterwegs.“ In der Nachbarschaft befinden sich eine Kindertagesstätte sowie die Grundschule.

Petra Kisling, Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte Wolfsanger, sagt, sie habe das ebenfalls beobachtet, als sie mit Kindern in Richtung Kirche die Wolfsangerstraße entlang gelaufen sei. „Ich war erstaunt, wie schnell die Autos an der Gruppe vorbeigefahren sind.“ 

Von Rasern spricht auch Carolin Reinbold. Sie wohnt in der Zeppelinstraße, ebenfalls als Umleitungsstrecke ausgewiesen. „Die wenigsten Autofahrer halten sich an Tempo 30. Kinder werden sogar angehupt.“

Halteverbot führt dazu, dass der Verkehr nicht mehr ausgebremst wird

Die Straßen seien nicht gefahrenfrei, sagt Anwohner Patrick Gerke. „Nicht nur für Kinder.“ Er habe in der Spiekershäuser Straße schon beobachtet, wie auch ältere Menschen zu den Stoßzeiten minutenlang hätten warten müssen, um die Straße zu überqueren, sagt der Vater zweier Kinder. Durch das beidseitige Halteverbot würde der Verkehr nicht mehr gebremst.

„Die Halteverbote sind für beide Fahrtrichtungen aufgestellt, um einen stetigen Verkehrsfluss zu erreichen“, teilt die Stadt Kassel auf Anfrage mit. Damit werde diese Strecke attraktiver und der Schleichverkehr auf anderen Strecken verringert. 

Schleichverkehr lasse sich in der Regel bei größeren Baustellen nicht vermeiden, jedoch habe sich die Umleitung gut eingespielt und werde von den meisten Autofahrern genutzt, heißt es weiter. 

Dialog-Display macht gefahrene Geschwindigkeit deutlich

In der Zeppelinstraße sei ein Dialog-Display aufgestellt worden, das die gefahrenen Geschwindigkeiten deutlich macht und so zur Reduzierung beiträgt. Auch das Ordnungsamt sei vor Ort gewesen, habe die Geschwindigkeit und das Einhalten der Halteverbote kontrolliert.

Man sei ständig im Austausch mit Ordnungsamt und Polizei, sagt Ortsvorsteher Helmuth Brehm. Respektlosigkeit habe zugenommen und sei ein gesellschaftliches Problem, sagt er. Er appelliert an die Autofahrer, „mehr Respekt gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern“ zu haben.

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