Tausende werden in Wolfsanger erwartet

Sonntag ist Tag der Erde: Rückblick auf den Bratwurst-Streit in Kassel

2016 fand der Tag der Erde auf der Friedrich-Ebert-Straße statt.

Kassel. Nach regen öffentlichen Debatten findet am Sonntag der Tag der Erde in Wolfsanger (11 bis 18 Uhr) statt. Der weltweite UN-Aktionstag wird in Kassel zum 27. Mal gefeiert.

So viele Debatten vorab hat es in 27 Jahren noch nie um den „Tag der Erde“ gegeben, der am Sonntag im Kasseler Stadtteil Wolfsanger gefeiert wird: Die Veranstalter haben das Umwelt- und Kulturfest, das mit zuletzt 30.000 Besuchern als eins der größten seiner Art in Deutschland gilt, zum komplett fleischfreien Veggie-Fest erklärt. Auch regionale Öko-Bratwurst etwa ist nicht mehr erwünscht, langjährige Imbissbetreiber mit solchen Waren wurden ausgeladen. In einem separaten Artikel haben wir das Programm und Infos zum Tag der Erde.

Die Folge war ein stadtweiter Ernährungs-Glaubensstreit, der auch das Stadtparlament beschäftigte, sich in den Kasseler Oberbürgermeisterwahlkampf auswirkte und von Medien in ganz Deutschland aufgegriffen wurde. Die Kasseler Fleischerinnung organisierte gar eine Protest-Grill-Kundgebung, weil sie ihr Bemühen um gute Regionalprodukte aus bäuerlicher Tierhaltung missachtet sah.

In ungezählten Netzkommentaren und Leserbriefen zum Thema ging es aber nicht allein um Sinn und Unsinn eines Bratwurstverbots, sondern auch generell um die Konzeption des Öko-Spektakels, das mit den Jahren immer stärker gewachsen ist.

Den Veranstaltern vom Verein Umwelthaus wurde Intransparenz vorgeworfen: Sie haben für Sonntag neben den Fleischimbiss-Anbietern auch diverse andere langjährige Teilnehmer ausgeladen – mit der Standard-Begründung, im Dorfkern von Wolfsanger sei zu wenig Platz. Viele haben diese Vermischung der Platzfrage mit dem Ernährungsthema nicht verstanden und bemängelten, dass die Kriterien fürs Mitmachendürfen beim Tag der Erde unklar seien.

Dazu machte das Umwelthaus geltend, die Organisatoren müssten eine Auswahl nach Ermessen treffen, damit die Mischung stimmt. Inzwischen wolle sich nahezu jede Gruppe, die ein Anliegen aus dem Öko-Spektrum vertritt, beim Tag der Erde präsent machen. Über 300 Anfragen habe es dieses Jahr gegeben – das sei aber nicht machbar. Etwa 150 Anbieter werden sich nun am Sonntag in Wolfsanger präsentieren sich beim Tag der Erde.

Multimedia-Reportage zum Bratwurst-Streit

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