Stadtverordneter

Trauer um Kasseler Christdemokraten Stefan Kortmann

Völlig überraschend im Alter von 64 Jahren gestorben: der Kasseler Christdemokrat und langjährige Stadtverordnete Stefan Kortmann.
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Völlig überraschend im Alter von 64 Jahren gestorben: der Kasseler Christdemokrat und langjährige Stadtverordnete Stefan Kortmann.

Stefan Kortmann, der dienstälteste Kasseler Stadtverordnete in der laufenden Wahlperiode, ist tot. Völlig überraschend starb der 64-Jährige am frühen Montagmorgen.

Kassel - Seine Kasseler Stadtverordnetenkollegen müssen ab der Sitzung am heutigen Dienstag ohne den genauso erfahrenen wie streitbaren Christdemokraten aus Wolfsanger auskommen: Stefan Kortmann, der diesem Hause mehr als vier Jahrzehnte angehörte, ist am Montagmorgen völlig überraschend gestorben. Er wurde 64 Jahre alt.

Stefan Kortmann war ein Kommunalpolitiker, der immer klare Kante zeigte und für die Union klar Position bezog. Er scheute nicht die politische Auseinandersetzung und konnte hartnäckig sein. In Erinnerung bleiben werden etwa seine immer neuen Anfragen an den Magistrat zu gleichen Themen, wenn ihm eine Angelegenheit einfach nicht schnell genug ging. So zum Beispiel bei seiner Forderung nach einer Videoüberwachung in der Fußgängerzone.

Mit Entsetzen hat sein langjähriger Weggefährte und Parteifreund, der Fraktionsvorsitzende Michael von Rüden, auf die Nachricht von Kortmanns Tod reagiert. Noch am Sonntagabend habe er mit ihm telefoniert und sich für Montag mit ihm zu einem Treffen im Rathaus verabredet. Kortmann habe bei dem Telefongespräch „einen ganz normalen Eindruck“ gemacht, berichtet von Rüden. Deshalb sei er fassungslos gewesen, als er am Montagmorgen dann darüber informiert worden sei, dass Stefan Kortmann verstorben ist.

Die außerordentliche Hilfsbereitschaft, die Zuverlässigkeit und das vielfältige inhaltliche politische Interesse hätten Stefan Kortmann in all den Jahren ausgezeichnet, sagt von Rüden. Bestürzt zeigt sich auch Eva Kühne-Hörmann, die CDU-Kreisvorsitzende und ebenfalls langjährige Stadtverordnetenkollegin, über Kortmanns plötzlichen Tod. „Ich verliere einen Mitstreiter, Ideengeber und Freund“, sagt die hessische Staatsministerin.

Im Alter von 24 Jahren war Stefan Kortmann im April 1981 als jüngster Mandatsträger in die Kasseler Stadtverordnetenversammlung eingezogen. Vier Jahrzehnte später hatte er sich vor einigen Wochen im Interview mit unserer Zeitung auch auf den Start der neuen Wahlperiode gefreut. Aufgeregt sei er heute aber nicht mehr, betonte er gegenüber der HNA und erklärte das so: „Ich weiß inzwischen, dass jeder seinen Tee nur mit Wasser kocht.“

Der Kasseler Christdemokrat nahm im Laufe der Jahre viele Funktionen in seiner Partei und in der Fraktion wahr, unter anderem als Vorsitzender des Rechtsausschusses und im Ortsbeirat seines Stadtteils Wolfsanger. Weil er aus einem konservativen Elternhaus stamme, sei es für ihn auch keine Frage gewesen, sich schon sehr früh zunächst in der Jungen Union und später in der CDU zu engagieren, erklärte Kortmann einmal zu seinem politischen Interesse.

Mit Stefan Kortmann ist nicht nur ein engagierter Stadtpolitiker gestorben, sondern auch ein ehemaliger HNA-Kollege. Von Januar 2003 bis Ende Oktober 2006 war der Kasseler als Anzeigenberater in unserem Verlagshaus tätig. Im Anschluss daran arbeitete er bis zum Eintritt in den Vorruhestand als Marketingkaufmann im Vertrieb der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG).

Stefan Kortmann hinterlässt seine Ehefrau und seinen erwachsenen Sohn.

(Andreas Hermann)

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