Straßenverkehrsamt hebt Sperrung am Ende der Vultejusstraße zum Wochenende auf

Treppe ab Freitag frei

Anlieger Peter Jürgen Siegner am Fuß der gesperrten Treppe. Um eines der Häuser im Hintergrund zu erreichen, müsste er einen Umweg von gut einem Kilometer gehen.

Wolfsanger / Hasenhecke. Die gesperrte Treppe am Ende der Vultejusstraße, über die viele Anwohner im Nordosten des Stadtteils Wolfsanger / Hasenhecke die Endstation der Linie 6 erreichen, wird vermutlich ab Freitag dieser Woche wieder für Fußgänger freigegeben.

Dies erklärte gestern Gerhard Ebbrecht, Abteilungsleiter für Straßen- und Brückenbau im Straßenverkehrsamt. Obwohl die Treppe sanierungsbedürftig sei, habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, „weil dort viele Bürger nicht zumutbare Umwege in Kauf nehmen müssen, wenn sie durch die Treppe von der Fuldatalstraße und der Straßenbahnhaltestelle abgeschnitten sind“. Bis zum Freitag bleibt die Treppe gesperrt, weil sie noch provisorisch gesichert wird.

Wie berichtet, war die Treppe im Dezember nach dem ersten Schneefall überraschend gesperrt worden, da sie nicht gestreut werden durfte. Streusalz hätte laut Gunnar Polzin, Amtsleiter des Straßenverkehrsamtes, den Treppenbelag im Laufe des Winters so angegriffen, dass danach eine Sanierung nicht mehr möglich gewesen wäre.

Sanierung nicht verschlafen

Dieses Vorgehen stieß nicht nur bei den Anliegern, sondern auch bei der CDU-Fraktion im Kasseler Rathaus auf Unverständnis. „Wenn die Baufälligkeit schon länger bekannt ist, dann hätte rechtzeitig im letzten Jahr eine Sanierung durchgeführt und die Treppe instand gesetzt werden müssen“, sagt der Stadtverordnete und umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Stefan Kortmann. „Dies habe man im Amt verschlafen.“

Diesen Vorwurf lässt Ebbrecht nicht gelten: „In jeder deutschen Stadt werden Sanierungsmaßnahmen vor sich hergeschoben, weil kein Geld da ist.“ Vielleicht, räumt Ebbrecht ein, habe man anfänglich unterschätzt, welche Bedeutung die Treppe für die Anlieger im Stadtteil hat. Nach der Freigabe wird sie laut Ebbrecht „mindestens einmal wöchentlich“ von Mitarbeitern des Amtes überprüft. Ebbrecht: „Es handelt sich um Blockstufen auf Mörtel, vermutlich über 40 Jahre alt. Da können eindringendes Streusalz und Feuchtigkeit schnell für Verschiebungen sorgen.“ Für die Reinigung von Schnee und Eis sind die Anlieger zuständig.

Zufrieden mit der neuen Lösung ist auch Alfred Feder, der die HNA im Stadtteil zustellt und sich seit Sperrung der Treppe einer Alternative bedienen musste: Am Hintereingang eines Hauses an der Vultejusstraße, den er vom Bergweg erreichen konnte, deponierte er in einer Box HNA-Ausgaben, die der Hausbesitzer an die Nachbarschaft über den Gartenzaun weiterreichte. Die Treppe durfte Feder aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht betreten. „Wenn dieser Weg jetzt nicht nur kontrolliert, sondern auch ordentlich gereinigt wird, dann ist diese Behelfskonstruktion nicht mehr nötig“, freut sich Feder.

Von Wilhelm Ditzel

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.