Bewohner im Neubaugebiet ärgern sich über Raser und fehlende Straßenbeleuchtung

Zuzügler wollen es heller

Bebauung schreitet fort: Im Neubaugebiet Triftweg/ Dessenborn sind zahlreiche Eigenheime entstanden. Die Straßen dort sind noch immer provisorisch und nachts unbeleuchtet. Ab einer Bebauungsquote von mindestens 90 Prozent will die Stadt Abhilfe schaffen. Foto:  Koch

Wolfsanger/Hasenhecke. Wenn im Baugebiet zwischen Wolfsanger und der Hasenhecke die Herbstsonne untergeht, wird es rund um den Triftweg stockfinster. In den Neubauten dort haben sich zwar schon zahlreiche Familien angesiedelt, doch eine Straßenbeleuchtung gibt es noch nicht.

Das mulmige Gefühl in den Abendstunden ist nicht der einzige Angstfaktor für die Zuzügler: Über die markierungslosen Baustraßen brettern mit teils flottem Tempo viele Autofahrer, die den Weg zwischen Fuldatalstraße und Hasenhecke abkürzen. „Die Unfallgefahr ist am Triftweg extrem hoch“, sagte Anwohnerin Claudia Vannahme-Gruschkus im Namen einiger Nachbarn.

Vor allem um ihre schulpflichtigen Kinder haben die Anlieger Angst, wie sie über den Ortsbeirat an die Stadt herangetragen haben. Mit der Antwort des kommissarischen Baudezernenten Dr. Jürgen Barthel sind weder Anwohner noch Stadtteilvertreter zufrieden, wie in der jüngsten Ortsbeiratssitzung deutlich wurde.

Stadt: Damit muss man leben

Barthel bezeichnet es als „grundsätzlich unvermeidbar“, dass Bewohner in Neubaugebieten mit einer teilweise fehlenden Infrastruktur leben müssten. Bevor nicht mindestens 90 Prozent des Gebiets bebaut seien, sei es für die Stadt nicht tragbar, an einigen Stellen vorläufig Wege herzurichten und Laternen aufzustellen. Denn im weiteren Baufortschritt müsse all dies wieder beseitigt werden, was erhebliche Mehrkosten verursache.

Aus Sicht der Stadt, so Barthel weiter, gebe es für Kinder aus dem Baugebiet auch einen sicheren Schulweg mit Gehwegen, und zwar über Grenzweg und Mayenfeldstraße. Im Baugebiet selbst sei es laut Straßenverkehrsordnung unzulässig, Tempobegrenzungsschilder aufzustellen, da das komplette Gebiet als Tempo-30-Zone gelte. Entsprechende Hinweise würden lediglich an den Zufahrten angebracht.

Das sei „eine reine Amtsantwort, die keine Perspektive aufzeigt“, urteilte der grüne Stadtteilvertreter Christof Nolda. Auch Dörte Alex von der CDU meinte: „So kann man die Leute nicht abfertigen.“

Der Ortsbeirat vertrat die Ansicht, dass den Bewohnern des Baugebiets unbürokratisch geholfen werden müsse.

Die SPD-Vertreterinnen Ilona und Kaja Börner legten einen Antrag vor, in dem der Magistrat aufgefordert wird, unverzüglich einige provisorische Straßenlampen an ausgewählten Stellen des Baugebiets anzubringen.

Weiterhin will der Ortsbeirat Anfang November Vertreter der Stadt sowie Anwohner zu einem Ortstermin zusammenbringen, damit möglichst weitere Erleichterungen vereinbart werden.

Zwei einzelne Gebiete

In der Sitzung wiesen Anwohner darauf hin, dass es sich bei den Erschließungsflächen Triftweg und Dessenborn strenggenommen um zwei einzelne Baugebiete handele.

Im unteren Teil sei die von Barthel angesprochene Bebauungsquote von 90 Prozent praktisch erfüllt. Es spreche also nichts dagegen, dass die Stadt dort bald mit dem Straßenausbau beginne.

Von Axel Schwarz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.