Unternehmer Dirk Gutzeit beglückt Herren mit ungewöhnlichen Wettkampfabenden

Die wollen nur spielen

Wettkampfeifer beim Tipp-Kick: Hendrik (Mitte) und George (rechts) werden gleich gegeneinander antreten. Dirk Gutzeit, Erfinder der „Männerspiele“ (rechts), stoppt die Zeit. Lars, der Dritte im Team, ist sich eben ein Bier holen gegangen. Foto: Zgoll

Bettenhausen. Männer sind große Kinder. Spiele, Wettkampf, Bier. Mehr braucht es oft nicht, um sie glücklich zu machen.

Lars weiß das selbst. Der Kasseler nimmt kein Blatt vor den Mund. „Ich hab da jetzt einfach Bock drauf“, sagt er. Es ist Freitag, 19 Uhr, und er sitzt mit acht weiteren Herren an der Theke des Sportladens „Sportwunder“ an der Lilienthalstraße in Bettenhausen.

Chef Dirk Gutzeit begrüßt alle per Abklatsch. Er hat die Spieleabende für Männer bei ihm im Laden erfunden. „Männersache“, nennt er sie, und alle sind froh, dass zumindest in den nächsten Stunden keine Missverständnisse zu erwarten sind.

Lars hat den ganzen Tag hart gearbeitet, sich diszipliniert und anständig benommen. Jetzt aber reicht’s. Jetzt will er nur noch Mann sein, ohne Einschränkungen, ohne Sanktionen.

Alle sind per du

Gutzeit verteilt Bier an seine „Kunden“, die Stimmung steigt. Keine zehn Minuten später sind alle per du.

Verschiedene Spiele stehen im 800 Quadratmeter großen Laden bereit – Porsche fahren (mit einem ferngesteuerten Modell), Tipp-Kick, Darts, Torwandschießen, Golf (nur Einlochen), Tennis (auf einem Kleinfeld mit Softball) und Quartern (Viertel-Dollar-Münze in ein Schnapsglas schnippen). Das sind nur einige der Disziplinen. „Klingt alles gut“, sagt Lars, die Wettkampflust in ihm ist erwacht.

Einzug in die „Hall of Fame“

Gutzeit bildet zwei Teams, letztlich spielt aber jeder gegen jeden. Dann fällt der Startschuss – Porsche-Fahren ist als Erstes dran. Lars bricht sich an der Fernsteuerung einen ab, schafft in zwei Minuten nur drei Runden. „Das ist meine schwächste Disziplin“ sagt er.

Er war schon mal hier, hat kläglich verloren. Jetzt will er es wissen. Aber seine Mitstreiter im Team, Hendrik und George, sind stark. Beim Tennis wird alles besser. Das Feld: drei mal drei Meter, irgendwo hinten in einem Lagerraum.

Tatsächlich – Lars weiß, wie es geht. Früher hat er viel Tennis geguckt. Immer wieder stürmt er ans Netz, haut einen Schmetterball nach dem anderen. Er gewinnt, haushoch, alle applaudieren, lachen, feixen, dann Abklatschen, ein Schluck Bier – jawoll, so muss das sein.

Beim Darts übertrifft Lars sich selbst. Mit seinen zwei Metern Körperlänge steckt er die Pfeile wie Pinnnadeln in die Zielscheibe. Auch an allen weiteren Stationen punktet er ohne Ende. Dann passiert das, mit dem er nicht gerechnet hat. Vier Stunden später und nach elf Disziplinen ist er Gesamtsieger. Feierlich zieht er in die „Hall of Fame“ ein.

Noch bis Mitternacht sitzen die Jungs an der Theke, unterhalten sich, machen Witze und albern herum. „Toller Abend“, sagt Lars. „Besser kann’s nicht ins Wochenende gehen.“

Von Boris Naumann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.